Apocalypse Wow

Meine Nachbarn über mir hatten gerade Sex und ich zollte ihnen Respekt, denn mir war es bei dieser Hitze schon zu viel nur im Bett zu liegen und ich sah Martin Sheen vor meinem inneren Auge, wie er bei der Hitze in jenem Bett in Saigon lag und darauf wartete, dass der Tag vergeht. Ich konnte nicht anders und legte „The End“ von den Doors auf. In den ruhigeren Parts des Songs vernahm ich, dass meine Nachbarin sich ihrem Höhepunkt näherte. Ich stellte mir die zwei verschwitzten Körper vor und fand das Bild wunderschön, obgleich ich gar nicht wusste, wer in dem Zimmer über mir wohnte, aber für zwei nackte glänzende Körper genügte das bisschen Fantasie noch, das ich mir bewahrt hatte. Was mir als Kind für Geschichten eingefallen sind, die konnten mich ewig beschäftigen, vielleicht habe ich doch zu viel Zeit vor der Glotze verbracht. Ich griff mir das Buch, das ich bereits zur Hälfte durchgelesen hatte. Auf der Titelseite war eine barbusige Frau gemalt. Es war gut geschrieben und dennoch spürte ich, dass ich den Autor langsam satt hatte. Das war bisher immer so gewesen. Ich stolperte über ein Buch, ließ mich von den Worten berühren und einfangen und dann besorgte ich mir weitere Bücher jenes Autors bis ich genug davon hatte.

Rezension – Lommbock

Warnung: Dieser Text kann Teile von Filmhandlung beinhalten

Ich muss gestehen, dass ich dem Film nicht objektiv gegenüberstehe, was daran liegt, dass ich den ersten Teil großartig finde, ich als Statist auf dem Set sein durfte und in der Stadt des Geschehens lebe.

Die Fortsetzung eines Kultfilms ist immer heikel und seien wir ganz ehrlich, sie ist unmöglich. Ich hatte dennoch meinen Spaß. Der Film wirkte auf mich ein wenig hölzerner als der erste Teil, manche Dialoge künstlicher, was ich verstehen kann, wenn man ständig auf das zurückgreift, was den ersten Film ausmachte. Dennoch war es unterhaltsam und mehr sehr vielen Sidekicks versehen, die man nur wahrnimmt, wenn der erste Teil noch präsent ist.

Noch immer geht es eher um das wohlige Gefühl, dass man als Zuschauer hat, wenn man die zwei Freunde auf der Leinwand sieht. Zwei Menschen, die so unterschiedlich und doch so gleich sind. Zwei Menschen, die einander brauchen. Es gibt ein Chaos oder eigentlich besteht der Film aus vielen chaotischen Momenten, hier sehe ich den Unterschied zum ersten Teil, bei dem es eigentlich nur das eine Problem der Plantage und der Pizzeria gab, die immer in Gefahr war aufzufliegen. Die Jungs sind 16 Jahre älter und somit sind die Probleme auch ganz andere. Sehr gelungen finde ich das Ende, welches (wer bis hierhin gelesen hat und den Film noch nicht gesehen hat, hat nun noch die Chance aufzuhören) Stefan (Lucas Gregorowicz) und Kai (Moritz Bleibtreu) wieder an den Beginn des ersten Films führt. Die Zwei Freunde, die wieder allein auf sich gestellt sind. Nur zu gern würde ich mich in einigen Jahren anschauen, wie die Beiden Lammbäck führen (denn nach italienisch und asiatisch könnte dann ja deutsche Backkunst gefragt sein). Meine Hoffnung dabei wäre ein Abschluss ohne die Bauchschmerzen, die mir die zwei Menschen gaben, die sich als Versager fühlten, sondern einfach ihr Ding machen (und wer weiß, vielleicht ist Gras bis dahin sogar legal…wobei, hier in Bayern…).

Der Film ist ein wenig flippiger als der erste Teil und die Lacher stellen sich schneller ein. Wer ein paar nette Aufnahmen einer fränkischen Stadt sehen möchte, der wird auch bedient, wenngleich die Schönheit wohl nicht eingefangen werden kann, die sollte man schon selbst in echt erleben. Dass beide Figuren sich wertlos fühlten, traf mich und ist schlussendlich der Grund, warum ich mir eine Fortsetzung wünschen würde mit zwei Freunden, die nicht nach Ruhm und Reichtum streben, sondern sich glücklich schätzen, einander zu haben und dabei das Leben genießen.

Ich kann den Film empfehlen, denn er ist kurzweilig und wer den ersten Teil nicht kennt, wird manche Lacher nicht verstehen, sich jedoch dennoch nie verloren fühlen.

P.S. sollte Christian Zübert über diesen Eintrag stolpern, dann erhebe ich keine Ansprüche auf den vorgeschlagenen Titel. Ich vermute, dass der Name eh schon in seinem Kopf rumschwirrt und ich würde mich freuen, wenn dieser Titel einen weiteren Teil schmücken würde. Oh und vielen Dank für die charmante Art am Set, daran werde ich immer wieder mit einem breiten Lächeln zurückdenken können.