Freiheit fliegt

Mein Herz pochte wild und ich spürte, dass ich nicht mehr lang in dieser Geschwindigkeit laufen könnte, doch ich verlangsamte nicht. Ich rannte weiter drauflos. Ich war ans Meer gefahren, um die trüben Gedanken von der frischen Luft davonblasen zu lassen. Ob es wirkte, konnte ich nicht sicher sagen, aber ich spürte einen Drang mich zu bewegen und anzupacken. Dieser Lauf hatte kein Ziel, außer mir selbst zu beweisen, dass ich eine gute Weile verdammt schnell laufen könnte. Und ich bewies es mir. Doch als hätten das Land und mein Körper sich abgesprochen, sollte eine Klippe meinen Lauf beenden. Ich hielt am Vorsprung an und bewegte mich noch einige Schritte. Mein Atem ging schnell und er kam mir laut vor. Lauter als die Wellen, die weiter unten gegen die Brandung klatschten. Der Blick hinab ließ mich ehrfürchtig fragen, wie viele Menschen sich schon getraut haben, die Arme auszubreiten und den Schritt ins Nichts zu wagen. Viele waren es vermutlich nicht, aber womöglich gab es eine Person unter ihnen, die einfach davonflog. Mit ausgebreiteten Armen segelte sie durch die Luft, während die Haare wild umherflogen. Ein schöner Gedanke. Mir selbst war nicht danach, meine Flugkünste zu testen, wenngleich es nicht an der Geschwindigkeit scheitern dürfte. Ich drehte mich um und machte mich auf den Rückweg.

Leichtigkeit

Als ich zu dir fuhr, fühlte sich mein Körper schwer an, als würde jeder Knochen das zehnfache seines Gewichts besitzen. Dann saßen wir beieinander und du nahmst meine Hände und streicheltest sie, was ich mit geschlossenen Augen genoss.
Ich fühlte mich, als sei ich ein großer Vogel, der die Luft an seinen Schwingen spürte. Der Weg zurück, der eigentlich viel anstrengender sein sollte, war ein kleiner Flug…