Brücken

Wenn Städte zum Großteil ganz natürlich an Flüssen entstanden, dann ist es nur logisch, dass wir Menschen schnell lernen mussten, Brücken zu bauen.

Wenn wir auf die Welt kommen, gibt es eine Verbindung zwischen uns und unserer Mutter. Die Nabelschnur war der direkte Draht, doch auch nach seiner Durchtrennung bleibt eine Verbindung erhalten. In Zeiten, in denen wir alle Daten durch die Luft schicken können, sollte uns das nicht verwundern.

Die kleine Hand greift sich einen Finger, als wäre es der stärkste Ast des größten Baumes. Gebettet im Arm gehalten, beschützt vor allem, was um uns passiert. Das Leben hat keinen großen Plan, es hat nur Leben. Den ganz eigenen Rhythmus, der mal schneller und mal langsamer pocht und für jedes Wesen in der höchst eigenen Weise. Um das Leben zu messen, braucht es weder Uhr noch Geld, dies sind die falschen Instrumente, doch sie sind laut. Sie hämmern gleich einem Presslufthammer auf jede lebende Faser ein und versuchen sie anzugleichen und bewertbar zu machen.

Eine Träne bildet sich im Augenlid. Sie wurde aus Trauer oder aus Freude gezeugt. Sie schmeckt salzig und kitzelt die Haut, während sie an ihr hinabgleitet. Sie ist ein unverkennbares Zeichen unserer Emotionen. Ich mag sie gern, die Tränen. Sie sind ehrlich. Und sie bilden eine Brücke, selbst wenn sie nicht in Flüssen fließen.

Seifenblasen von anonymer Autorin

Ich laufe die triste Straße vor meinem Haus entlang, sehe nichts als den Asphalt vor meinen Augen. Mag nicht links, nicht rechts schauen um meine Umgebung wahrzunehmen. Es ist Abend und die Sonne will gerade hinter dem Häuserblock verschwinden. Leer und antriebslos schlurfe ich also dahin, meinem Ziel, meiner Wohnung, entgegen. In der ich mich einschließen und ebenso wenig von meiner Umwelt mitbekommen werde. Eine hübsche, junge Frau in luftiger Kleidung kreuzt mein eingeschränktes Blickfeld, neugierig geworden hebe ich meinen Kopf ein wenig. Sie läuft über die Straße und stellt sich in den einzigen spaltbreiten Bereich, den die Sonne gerade noch so zwischen den Häuserwänden mit ihren zarten Strahlen erreicht. Für einen kurzen Augenblick steht sie einfach so da, schließt die Augen und genießt die letzten warmen Strahlen des Tages. Das satte Grün der dichten Büsche und Bäume in ihrem Rücken. Dann hebt sie ihren Arm und dreht ein schmales Fläschchen auf, um im nächsten Moment viele kleine Seifenblasen in den Himmel steigen zu lassen. Ich bin fasziniert und lächle ihr zu. Sie lächelt zurück. Ich biege kurz entschlossen nach rechts ab und gehe zu ihr.

„Hey, ich möchte deinen Moment, den du vielleicht nur für dich genießen willst, nicht zerstören aber darf ich auch mal? Ich hätte einen solch schönen Augenblick gerade dringend nötig.“ Sie lächelt mich an, reicht mir die Flasche und ich schaue meinen Seifenblasen hinterher. Bewundere den Anblick der Abendsonne, wie sie sich in ihnen bricht und mir ein wunderbares Farbenspektrum zeigt.

….

In meinen Gedanken habe ich diesen Moment erlebt, nachdem ich sie kurz anlächelte. Stattdessen ging ich wortlos an ihr vorüber nachdem meine Mundwinkel ihre ursprüngliche Position wieder fanden und senkte den Kopf erneut gen Boden. Meine Beine wollten einfach nicht die Richtung wechseln und ich sah dem Moment dabei zu wie er verflog. Es wäre zu seltsam gewesen, umzukehren, jetzt da ich bereits 10 Schritte weiter geeilt war. So ging ich also meines Weges und verkroch mich in mein Zimmer. Meine Gedanken kreisten nun wieder um meine persönliche Seifenblase, die gerade im Begriff war zu zerplatzen.

Anmerkung:
Dies ist ein Gasteintrag einer Bekannten und der erste Text, den sie schrieb. Mir gefiel er so gut, dass ich sie bat, ihn zu veröffentlichen, aber das wollte sie nicht und nun mache ich es in ihrem Namen und mit ihrer Erlaubnis.

Helfende Hände

„Kannst du mir mal eine Hand leihen?“, sagte eine tiefe Stimme, als ich aus der Haustür kam. Ich blickte in Richtung der Stimme und überlegte, wie lang es her war, dass ich diese Frage gehört hatte. Ich griff mit meiner rechten Hand meine linke und tat so, als würde ich sie abnehmen. Dann nickte ich und fragte, wie ich helfen konnte. Es war eigentlich offensichtlich, denn der Kerl, er mochte Ende 20 gewesen sein, fummelte an seinem Fahrrad rum und versuchte die Bremse zu richten. Ich kannte die Problematik, denn die Teile haben gern mal unterschiedliche Abstände zur Felge, wenn man sie wechselt. Also zog ich den Bremsgriff ein wenig, so dass der Abstand der Backen durchs Anlegen an die Felge gleich wurde. Es war unheimlich warm an dem Tag und ich wollte eigentlich nur runter an den Fluss gehen, um mich an der feuchten Kühle in der Luft zu erfrischen und ein wenig die Sonne zu genießen, aber warum sollte ich dem Kerl nicht helfen? Wir wohnten im gleichen Block. Ich hatte ihn schon einige Male gesehen, aber ich kannte ihn nicht.

„Danke sehr“, meinte er, nachdem die Bremse saß. „Kein Ding“, erwiderte ich. „Wenn ich dir mal helfen kann, melde dich einfach, ich wohne da drüben“, erklärte er und zeigte auf die nächste Haustür. „Einfach die erste Tür rechts.“ Ich nickte ihm zu und machte mich auf den Weg zum Fluss. Ich grinste vor mich hin und genoss den Weg. Es gab mir ein erhabenes Gefühl, geholfen zu haben. Ja, es machte den Tag schöner. Schon komisch, dass ich nie um Hilfe bat, denn es wäre ja auch für den Helfenden ein schönes Gefühl. Aber ich dachte dann immer, dass ich der Person etwas schuldig wäre, was diese womöglich niemals einforderte und dann stünde ich sozusagen auf ewig in ihrer Schuld. Vollkommen verrückt, denn mein Nachbar wird womöglich nie seine „Schuld“ einlösen müssen. Und so gab er die Hilfe sicherlich an eine andere Person weiter, und fühlte sich danach pudelwohl.

Eine ältere Frau kam mir entgegen. Ich blickte sie mit fröhlichen Augen an und sie lächelte mir im Vorbeigehen zu. Verdammt, die Welt war auf einen Schlag besser geworden.

Herrengedeck

Die wunderbaren Ladies des Herrengedeck haben mich beschenkt, da ich im Adventskalender ihren Eintrag korrekt nach Autorin zuordnen konnte. Da sitze ich also am Sonntagabend Zuhause und kämpfe mit den Nachwirkungen der letzten Nacht… ich bin ein wenig überrascht, denn der Abend wurde durch ein leckeres Ramen eingeleitet… zurück zu dem, was ich schreiben wollte: Also da sitze ich am Sonntagabend Zuhause, gehe mal eben zu meiner großartigen Nachbarin und lasse mir ein riesiges Paket geben. Beim Transport durchs Treppenhaus höre ich schon ein Gluckern…aha, also mit Herrengedeck…zurück in den eigenen vier Wänden blieb das Paket nicht lange verschlossen und das ist der Inhalt:

Herrengedeck 1

Drei Ladies und drei Küsse…mehr kann man sich nicht wünschen…

Herrengedeck 2

Herrengedeck 3

Das sind wirklich schöne Leckereien. Natürlich ein Herrengedeck, wie ich es noch aus meiner Heimat kenne. Dann leckere Schoki, Bonbons. Eine Glückskerze und Gummis, vermutlich zum Kauen…aber wie ihr seht, überlege ich noch…

Herrengedeck 5

Liebsten Dank an Anaïs, Bella und Candy, ich freue mich wirklich so sehr darüber und natürlich möchte ich mich sofort für die Knutscher revanchieren:

:-* :-* :-*