Stumm

Vor einigen Tagen verlor ich meine Stimme,

der Grund war ganz einfach, dass etwas nicht stimmte.

Verstimmt war ich, nicht in der Laune und nicht im Magen,

etwas bereitete meiner Gesundheit unbehagen.

So lag ich also und stimmte den Tod fröhlich,

aber es war nur eine Erkältung, wie gewöhnlich.

Und so stimme

ich meine Stimme,

bis der Ton wieder stimmt

den sie nimmt.

Denn ohne Stimme verliert man Versmaß, Reim und Metrum

und so macht ein Gedicht niemanden stumm.

Schlaflose Reime

Da kann ich mal wieder nicht so recht einschlafen und möchte diesen Zustand nutzen, um mal einen Beweis zu erbringen, warum es besser so ist, dass ich so gut wie nie Gedichte schreibe:

Am Abend und Morgen,
noch vor den ersten Sorgen
überkommt mich schon die Lust
nach einer weichen Frauenbrust.
Ob klein und fein
oder groß und famos,
wünsch‘ ich mir einen Schoß
in den ich stoß‘.
 
Doch findet sich in meinem Bett
kein Polster aus gewünschtem Fett,
muss ich Enthaltsamkeit betreiben
oder an mir selbst mich reiben.
Doch was soll all das Geklage,
bin ich der Grund für diese Plage!
Denn wem nur nach Lust steht der Sinn,
dem gibt sich kein Geschöpf gern hin.
 
Und so ertränke ich meinen Kummer
seither in keiner schnellen Nummer.
Daher bleibe ich allein daheim
Und schreibe einen miesen Reim.