Wilde Jagd

Jagd aufs Geld
Gesicht entstellt
Dauerhafter Wunsch
auf Anerkennung
Und noch nen Punsch
zur Geistverneblung

Zwei Hasen sitzen am Waldesrand
Die Ohren spitz dem Himmel zugewandt
Gebell ertönt – In die Flucht entsprungen
Am Lagerfeuer wird ein Lied gesungen

Karottenkauend am Tisch sitzen
Zukunftsgedanke lässt schwitzen
Gejagt zum Glück
Getrieben zum Kauf
Nur noch ein Stück
Gib nicht auf!

Bleib stehen

Geld – das ist wie eine rote Ampel, die uns daran hindert, die Straße zu überqueren. Wir gehen nicht in ein Kino, bevor wir uns kein Ticket gekauft haben, obwohl der Film läuft und Sitze unbesetzt bleiben oder wir wagen es auch nicht, uns in das Auto zu setzen, welches mit laufendem Motor neben uns steht und von einem anderen Menschen genutzt wird. Wir machen das nicht, weil das Geld uns die rote Ampel zeigt und sagt: Du hast nicht das Geld dafür und deswegen bekommst du es auch nicht. Man könnte jetzt sagen, dass man nicht etwas nehmen sollte, das einer anderen Person gehört, denn das wäre Diebstahl. Aber wie arrogant sind wir Menschen, dass wir überhaupt glauben, uns würde irgendetwas gehören. Wir kommen in die Welt und es gehört uns nichts. Es ist wie mit der Luft, die wir uns zum Atmen leihen und dabei verändern, damit wir – in Symbiose mit den Bäumen – sie wieder ausatmen können. Die Luft gehört uns nicht, aber machen wir uns nichts vor, wir könnten uns vorstellen, dass es eine Steuer auf Luft gibt, so wie wir auch eine Steuer für Niederschlagswasser zahlen.

Nun könnte man sich der Anarchie ergeben und die Welt ins Chaos stürzen. Aber danach ist mir gar nicht, denn warum sollten wir alles vernichten, was wir aufgebaut haben. Viel eher sollten wir uns fragen, was es für eine Sache mit dem Besitz ist. Wer genau festlegt, wem was gehört. Würde jeder Cent von jedem Menschen ehrlich erarbeitet werden, so könnte man durchaus von Diebstahl sprechen, aber machen wir uns nichts vor, dann würden die reichsten Menschen in den Ländern wohnen, die gerade billig für uns Waren produzieren. Dann würde jedes Tier reicher sein, als wir es sind, denn auch die Qualen müssten aufgewogen werden. Und was soll ich sagen, das klingt um Welten fairer, als wenn ein Mensch aufgrund seiner Vorfahren mehr Anrecht auf Wohlstand, Gesundheit und Bildung hat als andere.

Wir bleiben bei Rot an der Straße stehen und warten, bis die Ampel grün wird. Doch wir hinterfragen es auch und gehen bei fehlendem Verkehr einfach hinüber. Vielleicht sollten wir bei Geld und Besitz auch unseren Kopf öffnen. Wir sollten uns selbst fragen, ob uns wirklich gehört, was wir uns gekauft haben: Gehört uns das Fleisch eines anderen Lebewesens? Im Bordell und beim Metzger scheint das in Ordnung zu sein. Gehört uns der Gewinn, den andere Menschen schwer erarbeitet haben? Darf es uns gut gehen, wenn andere Menschen dafür leiden? Wir glauben, weil die Geldampel auf grün steht, dass es in Ordnung wäre. Es wird Zeit nachzudenken.

Brücken

Wenn Städte zum Großteil ganz natürlich an Flüssen entstanden, dann ist es nur logisch, dass wir Menschen schnell lernen mussten, Brücken zu bauen.

Wenn wir auf die Welt kommen, gibt es eine Verbindung zwischen uns und unserer Mutter. Die Nabelschnur war der direkte Draht, doch auch nach seiner Durchtrennung bleibt eine Verbindung erhalten. In Zeiten, in denen wir alle Daten durch die Luft schicken können, sollte uns das nicht verwundern.

Die kleine Hand greift sich einen Finger, als wäre es der stärkste Ast des größten Baumes. Gebettet im Arm gehalten, beschützt vor allem, was um uns passiert. Das Leben hat keinen großen Plan, es hat nur Leben. Den ganz eigenen Rhythmus, der mal schneller und mal langsamer pocht und für jedes Wesen in der höchst eigenen Weise. Um das Leben zu messen, braucht es weder Uhr noch Geld, dies sind die falschen Instrumente, doch sie sind laut. Sie hämmern gleich einem Presslufthammer auf jede lebende Faser ein und versuchen sie anzugleichen und bewertbar zu machen.

Eine Träne bildet sich im Augenlid. Sie wurde aus Trauer oder aus Freude gezeugt. Sie schmeckt salzig und kitzelt die Haut, während sie an ihr hinabgleitet. Sie ist ein unverkennbares Zeichen unserer Emotionen. Ich mag sie gern, die Tränen. Sie sind ehrlich. Und sie bilden eine Brücke, selbst wenn sie nicht in Flüssen fließen.

Pech in der Liebe…

…Glück im Spiel… heißt es ja so schön. Nach einem Telefonat am letzten Sonntag, in dem es ums Lotto-Spielen ging, schmiss ich heute tatsächlich ein wenig Geld aus dem Fenster und spielte jene Zahlentipperei, bei der ich mir der Chancen sehr wohl im Klaren bin, aber man darf sich den Spaß ja gönnen, wenn man sich gerade ein wenig gefickt fühlt. Nun denn, ich habe soeben die Zahlen abgeglichen und festegestellt, dass ich mir wohl etwas mehr als 10€ abholen darf. was doch ein ganz netter Ausgleich ist. Nun muss ich mich nur noch entscheiden, ob ich den Gewinn in ein leckeres Eis oder eine heiße Schoki stecken werde oder ihn einfach mal beiseite lege 😉

Was vom Himmel fällt

Ich weiß noch genau, wie ich neu in der Stadt war, mich auf den Weg zur Uni machte und darüber ärgerte, dass ich den Bus verpasst hatte. Es regnete und war kühl, doch es waren nur vier Haltestellen bis zur Uni und so ging ich zu Fuß und meine Stimmung hob sich, als ich an der dritten Station einen Zehner fand. Ich beschloss, dass es die Stadt gut mir meinte.

Ein paar Semester später war ich mit Freunden feiern. Wir waren im Begriff zu gehen und kamen aus dem gut beschallten Keller nach draußen. Es war schon kurz vor Ende des Monats und unser aller Geld war recht knapp. Ich erspähte auf dem Boden einen bräunlichen Schein, so dass wir vier Freunde uns wieder in die tiefer gelegenen Räume begaben und wir noch einige Drinks kippten.

Nun ist Geld nur Geld, aber es besitzt einen gewissen Wert. Wenn ich an die besonderen Personen in meinem Leben denke, dann kann ich mich nicht immer an das erste Kennenlernen erinnern. Das betrübte mich soeben, wo ich mich doch so problemlos an das Finden von Geld erinnern konnte. Dann erst wurde mir klar, dass man den Wert des Geldes sofort erkennt. Den Wert eines guten Freundes oder einer guten Freundin erkennen wir erst später, wenn unser Gehirn das erste Treffen bereits vergessen haben mag.

Das Leben wirft einem oft Geschenke vor die Füße. Manchmal so etwas profanes wie Geld, aber auch gar nicht so selten einen guten Freund. Diesen Eintrag widme ich einer ganz besonderen Person, die ich nicht mehr missen möchte und die mich neulich aus dem Gefühl des Alleinseins riss. Wenn ich mich bei dir melde, bist du für mich da. Das ist nun wirklich nicht selbstverständlich und ich bin dir so dankbar dafür, auch wenn ich es dir so noch nicht gesagt habe.