Russisch Roulette

Man sucht sich den Ort nicht aus, an dem man zur Welt kommt, man versucht nur dort zu überleben…

Ohne eine Antwort zu geben, verließ ich das Zimmer. Es war der Punkt erreicht, an dem mein Gegenüber es überreizt hatte. Mir war klar, dass ich herausgefordert wurde. Gereizt bis zum emotionalen Ausbruch, doch diesen verwehrte ich ihm. Ich kannte meine Unzurechenbarkeit und ich hatte bereits das Küchenmesser auf der Anrichte erspäht. Noch einmal würde ich solch einen Akt nicht überstehen. Ich verstand nur einfach nicht, warum manche Menschen es darauf anlegten. Wussten sie nicht, dass sie Russisch Roulette spielten?

Hänsel und Gretel – eine Frage der Perspektive

Es waren einmal die Geschwister Hänsel und Gretel, welche im Haus ihrer Eltern lebten. Mutter und Vater schufteten jeden Tag schwer, damit es den Kindern gut ging, doch es reichte einfach nicht. Wie sehr genossen es die Eltern mit den Kindern in den Wald zu gehen, welche diese Ausflüge hassten und sich stattdessen nur zu gern einen Spaß daraus machten, wegzulaufen und die sorgenden Eltern zu erschrecken. An einem Tag aber wurde Hänsel das Spiel zu langweilig, er schlug Gretel vor, tiefer in den Wald zu laufen. Die Rufe der Eltern verhallten und die Kinder fanden einige Stunden später das Haus einer alten Dame.

Die Frau, welche dort lebte, hatte Kuchen und Kekse gebacken und sie vor dem Haus zum Abkühlen verteilt. Die Kinder sahen die Süßigkeiten und naschten ohne zu fragen davon. Als sie hörten, dass die Alte aus ihrem Haus kam, versteckten sie sich und lachten darüber, als die Frau fragte, wer wohl an ihrem Gebäck geknabbert hätte. Sie flüsterten, dass es der Wind, das himmlische Kind, gewesen sei und erschreckten sie darauf lauthals. Der alten Frau fuhr es bis ins Mark, doch sie war so herzensgut, dass sie beide Kinder ins Haus bat und fragte, warum sie denn alle Süßigkeiten angeknabbert hätten. Die Kinder logen, dass sie keine Eltern mehr hätten und seit Tagen durch den Wald irrten. Die gute Frau bot den Kindern an, dass sie bei ihr bleiben dürften. Diese willigten ein und ließen sich gut bekochen. Eines Tages tat der alten Frau der Rücken weh und sie bat Gretel, ihr den Ofen anzuzünden. Diese jedoch hatte keine Lust darauf und tat so, als wüsste sie nicht, wie das funktionieren würde. Sie ließ es sich von der guten Frau zeigen, welche sie dabei in den Ofen schubste und ihn von außen verriegelte. Der Ofen hatte bereits Feuer gefangen und die Frau verbrannte jämmerlich. Hänsel und Gretel wussten, dass dieser Spaß zu weit gegangen war und sie dafür Ärger bekommen würden. Sie wollten sich aus dem Staub machen, jedoch nicht, ohne all das Hab und Gut der Frau mitzunehmen.

Zu Hause wartete der Vater. Seine Frau war vor Sorge gestorben und so war er umso glücklicher, als die beiden Kinder plötzlich vor ihm standen. Er fragte nicht, wo sie gewesen seien und warum sie so gut genährt waren. Sie gingen müde ins Bett und der Vater schlief seit langer Zeit wieder friedlich ein. Am nächsten Morgen wurde er von einem lauten Klopfen an seiner Haustür geweckt. Es stand ein Polizist davor, welcher ihn zu einer alten Frau und ihrem abgebrannten Haus im Wald befragte. Der Mann hatte keine Ahnung, dann schickte der Polizist den Mann in ein anderes Zimmer und befragte die Kinder. Diese erzählten ihm eine ganz eigene Geschichte. Die Eltern hätten sie ausgesetzt und eine alte Hexe hätte sie gefangen genommen. In Notwehr hätten sie sie in den Ofen geschubst.

Einige Zeit später fand ein angehender Jurist namens Grimm die kindliche Aussage und schrieb sie für die Nachwelt auf.

Helft dem Kutter aus Kalkutta

Hach ja, diese Cloudspeichermöglichkeiten sind großartig. Da hat man eine Kopie auf dem PC und eine irgendwo, somit kann ja nichts verlorengehen…leider ging es schon einige Male schief und heute war das wieder der Fall. Ich schrieb das Dokument auf meinem Schreibtisch-PC und mein Laptop hat sich vorhin den Spaß erlaubt, es zu überschreiben…jetzt sind die Ideen für die Fortsetzungen futsch, mal von weiteren Teilen, die zum Großteil schon fertig waren. Meine Lust, die Geschichte jetzt einfach sein zu lassen, ist nicht gering, aber wir können das auch als Möglichkeit sehen, mehr aus der Geschichte zu machen. Ihr habt schon bemerkt, dass ich in den Teilen Gedanken zu diesem oder jenem Thema einbaue. Vielleicht habt ihr ja ein Thema, welches ihr in der Form gerne behandelt sehen würdet. Immerhin muss man noch durch Serbien, Bulgarien, die Türkei, Pakistan und Afghanistan reisen, um danach in Nordwest-Indien zu sein, nur liegt Kalkutta im Osten an der Küste. Viel Weg für viele Gedanken und mein Projekt hat somit die Möglichkeit, zu unserem Projekt zu werden. Wer Lust hat, darf auch gern einen eigenen Teil schreiben. Fühlt euch herzlich eingeladen, machen wir etwas Gutes aus dem Heckmeck.

Grausam grau – Teil 1

Grausam grau war es den ganzen Tag schon gewesen, aber was bei verdecktem Tageslicht schon zur Qual wurde, war des Nachts noch unbehaglicher. Es begann vor zwei Monaten und anfangs schien es nur ein bewölkter Himmel zu sein, aber immer tiefer sanken die Wolken und so legte sich mittlerweile jede Nacht an schwerer Nebel übers Land. Wagte man sich nach draußen, so brauchte es nur wenige Minuten und man war bis auf die Haut durchnässt. Aber so richtig unheimlich wurde es, als die alte Witwe von Svensson anfing zu berichten, dass sie des Nachts leise das Signal eines Bootes hörte. Zuerst gingen wir davon aus, dass es nur die Erinnerung an ihren verstorbenen Mann war, in der sie halluzinierte, aber als sie vor eine Woche verschwand und auch einige Andere aus dem Dorf das Klingeln einer Schiffsglocke hörten, begannen wir Nachts nicht mehr das Haus zu verlassen, obgleich an Schlaf nicht zu denken war. Vorgestern berichtete Olaf von schweren Schritten vor seiner Haustür und drei Schlägen gegen seine Tür. Als er sie öffnete, war niemand zu sehen…