Zeig mal dein Handy

Das ist wieder so ein Abend, an dem mich nichts in den eigenen Wänden halten kann. Ich muss raus und genau dahin gehe ich auch. Das „Raus“ ist eine nette kleine Bar mit Weißleder-Möbeln und dezentem Neonlicht. Was ich da soll, weiß ich gar nicht und während ich in der Ecke sitze und die Leute beobachte, die sich unterhalten, komme ich mir plötzlich blöd vor. Hier allein zu sitzen, macht mich nervös. Irgendwas muss ich doch machen. Vielleicht sollte ich so aussehen, als würde ich auf jemanden warten, das ist weniger peinlich. Und so tippe ich auf meinem Handy herum. Auf der Getränkeliste stand ein Code fürs WLan und so logge ich mich ein und komme auf die verwegene Idee, mich auf einem Datingportal anzumelden. Ein paar Eckdaten und Gewohnheiten möchten sie von mir wissen und die gebe ich bereitwillig, vielleicht ein klein wenig unwahr, aber wer tut das nicht? Die Registrierung ist abgeschlossen und sofort werden mir nette Bekanntschaften aus der Umgebung angezeigt. Ich klicke mich durch und stoße auf kleine Vorschaubilder, die mir gefallen. Vergrößere ich sie, so zeigt sich das Problem an fitzelig kleinen Vorschaubildern. Hin und wieder sind auch schöne Gesichter dabei. Die Eigenschaften klingen gut. Sie reist gern. Ich auch. Ich mache es nur nicht. Sie verbringt gern viel Zeit mit Freunden. Ich auch. Nur eben gerade in diesem Moment nicht. Sie macht gern Sport. Ich auch. Na jetzt sitze ich ja in der Bar, aber ansonsten schon. Ich blicke auf und sehe an der Theke eine Frau sitzen. Sie starrt auf ihr Handy und tippt darauf herum. Ob sie wohl auch gerade nach einer Bekanntschaft sucht? Ich suche nach ihr auf meinem Handy. Doch ich finde sie nicht. Ich könnte sie ansprechen, aber womöglich wartet sie auf ihren Freund. Das rosa Neonschild „RAUS“ beginnt zu blinken. Es ist die letzte Runde eingeläutet und ich bestelle mir ein letztes Bier. Irgendwie schal. Auf dem Heimweg frage ich mich, ob ich jene Frau nicht hätte ansprechen sollen. Ob ich statt unzähliger unbekannter Gesichter in eines hätte blicken können, welches ich für eine kurze Zeit hätte kennenlernen dürfen und damit einem echten Menschen begegnet wäre. Vielleicht ist sie morgen wieder da. Ich auch. Ich werde sie wohl nur wieder nicht ansprechen.

Inspiriert von Hafensolo

Drei Doppelpunkt zwei eins

Die Zeichen 3:21 strahlen rötlich. Bin ich kurz weggenickt oder lag ich durchweg wach? Keine neue Nachricht blendet mir das Handydisplay entgegen; was zu erwarten war. Auf den Tag zwei Wochen ist es her, dass ich dir schrieb. Du siehst, ich vermisse dich nicht. Aber langsam solltest du mich doch vermissen.

4:32. noch etwas mehr als eineinhalb Stunden bis ich aufstehen muss.

5:43. Ich hab geschlafen. In zwei Minuten klingelt das Handy.

5:45. Brrrrrr. Brrrrrr. Umdrehen. Zuerst das Handy, dann mich.

5:50. Brrrrrr. Brrrrrr. Warum kann ich eigentlich so gut schlafen, wenn ich nicht darf? Noch einmal umdrehen

5:55. Brrrrrr. Brrrrrr. Leck mich!

6:00. FUCK. Das Frühstück kann ich knicken, aber für ‚ne Dusche reicht‘s noch.

6:54. Durchgeschwitzt, aber pünktlich.

9:10. Jetzt müsste sie auch wach sein.

10:11. Die Pause naht.

11:12. Brrrrrr. Brrrrrr. Brrrrrr. Eine neue Nachricht. Nicht von ihr. Heute Abend ein paar Bier trinken. Warum nicht?

16:17. Das war‘s, ich geh.

17:18. Endlich Zuhause und gleich mal frisches Brot futtern.

18:19. Durchs Fenster strahlt die Sonne mir entgegen.

19:20. Durch die Tür kommt mein Mitbewohner. Er hat ein Sixpack dabei und „Fluch der Karibik“. Irgendwas stimmt nicht.

20:21. Kurz nach Primetime. Es klingelt an der Tür und zwei Mädels kommen herein. Eine gehört zu meinem Mitbewohner, die andere zu ihr.

21:22. Mein Mitbewohner kuschelt mit seinem Mädel. Ich ahne ein „CAPTAIN Jack Sparrow“ voraus.

22:23. Die Hauptmenü-Melodie dudelt vor sich hin, während Amina und ich uns unterhalten. Mein Mitbewohner und sein Mädel sind verschwunden. In der Küche oder in seinem Zimmer.

23:24. Die Titelmenü-Melodie nervt, aber ich möchte nicht mit dem Knutschen aufhören.

0:12. Gute Nacht. Endlich einmal wieder.

Joggingrunde – Teil 2

Während ich über den anthrazitfarbenen Asphalt lief, überlegte ich, wie es wohl damals bei dem Wettlauf jenem Typen gegangen sein mag, dem ich nicht von der Pelle rückte, bis nur noch die letzten zweihundert Meter vor uns lagen und ich ins Ziel hastete, während er weiterhin seine perfekte Geschwindigkeit hielt. Ich hatte mich zwar danach bei ihm dafür bedankt, dass er mich so unwissend mitgezogen hatte, aber hatte er sich womöglich von mir nervig verfolgt gefühlt? Entschuldigt hatte ich mich zumindest nicht, weder für die Verfolgung, noch für das Zurücklassen kurz vor der Zielgeraden.

Und wieder wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, als ich eine laute Atmung und schnelle Schritte hinter mir vernahm, dieses Mal würde mich die Person überholen, das stand fest, aber es schockte mich, dass jemand so viel schneller als ich unterwegs war, wo ich doch sonst immer der schnellste Läufer bin. Ich zuckte, als eine Hand meine Schulter griff.

Die Hand gehörte zu jener Joggerin von eben und ich blieb stehen. Sie hatte ihren Schlüssel vergessen und ihre Mitbewohnerin öffnete nicht. Sie fragte mich, ob ich ein Handy dabei hätte, damit sie sie anrufen könnte. Ich verneinte, worauf sie nur antwortete, was ich denn für ein Jogger wäre, der ohne Smartphone unterwegs sei. Ich entgegnete, dass ich wohl ein ebenso mieser Läufer wie sie sein müsste, die ganz offensichtlich selbst ohne Handy unterwegs war.

Ich schlug ihr vor, dass sie einfach die paar Minuten bis zu mir mitkommen sollte und von dort aus anrufen könnte. Sie willigte ein und so liefen wir auch diesen letzten Kilometer bis zu mir nebeneinander her.

Bei mir angekommen, gab ich ihr mein Handy. Sie tippte eine Nummer ein, brauchte jedoch recht lang. Mein fragender Blick wurde schnell aufgeklärt, denn sie war sich nicht sicher und ich ließ sie probieren, doch keine der Nummern wollte die gewünschte Mitbewohnerin ans Telefon bringen. Ich bot ihr einen Platz auf dem Balkon an und stellte ihr ein Glas Wasser dazu. So verließ ich sie, um schnell unter die Dusche zu springen und womöglich würde ihr dabei die Nummer einfallen.

Das Duschen rundet so einen Lauf erst ab. Es erfrischt und wirkt wie eine kleine Belohnung für die Mühen. Man hat sich den Schweiß eben erst erarbeiten müssen, der nun wieder runter von der Haut soll. Ein paar Momente später, stand ich also in frischen Klamotten vor dem verschwitzten und verzweifelten Etwas. Ich verschwand, um direkt darauf wieder vor ihr zu stehen, dieses Mal mit einem Badetuch und der Frage, ob sie sich nicht duschen möchte, während ich frische Brötchen vom Bäcker besorge. Sie zuckte zurück, das war vermutlich doch zu intim für unser erstes Kennenlernen. Während ich mich wieder umdrehte, sah ich ein Grinsen in ihrem Gesicht und ihre Feststellung, dass so eine Dusche jetzt großartig wäre.

Was des Nachts das Handy tippt

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Diese Mail entstand am Freitag in der Hosentasche eines Freundes. Sein Handy suchte beim Schreiben nach Worten, die typischerweise folgten und so entstand jener Text, den besagter Freund erst am darauffolgenden Tag entdeckte. Euch wollte ich dieses Kunstwerk natürlich nicht vorenthalten und habe versucht, durch Hervorhebungen das Lesen zu erleichtern 😉