Ozean

Der Schweiß sammelt sich auf meiner Stirn, bis ein Tropfen über meine Schläfe die Wange hinabwandert. Die Sonne kann gar nicht so schnell trocknen, wie sie neues, salziges Wasser hervorruft. In solch einem Augenblick vermisse ich dich mehr, als sonst, mein geliebtes Meer. Dich, das ich zu gern trinken würde, doch es bekommt mir nicht. Dich, das ich durchschwimmen würde, doch ich schaff es nicht. Dich, das ich bis an den Boden ergründen würde, doch ich mach es nicht. Ich bleibe an deiner Oberfläche und genieße die Grenze, die zwischen nass und trocken gezogen wurde. Keine Mauer und ein Zaun ist nötig, um diese Barriere zu beschützen, das macht sie ganz allein. Mein Sternzeichen ist Wassermann, da wurde ich nicht hineingeboren, aber zu gern würde ich mich einheiraten. Der alte Mann und das Meer stünde da vor dem Altar und würde sich das Ja-Wort geben. Ich werde ein ganz alter Mann sein. Ich werde liegen und nicht stehen und mit deinem ärgsten Feind in Kontakt getreten sein, damit ich mich dir ganz hingeben kann. Vollkommen zerstreut.

Der letzte Lauf

Es ist doch schon Abend, aber in solchen Sommertagen kann es gar nicht spät genug sein, damit die Hitze uns nicht alles abverlangt. Meine Familie neben mir und ich suchen unsere Gruppe und streifen dabei unzählige Läufer. Man erkennt an den Shirts, wer zusammengehört. Überall strahlende Gesichter und manch einem steht bereits jetzt schon der Schweiß auf der Stirn. Da endlich, da ist unsere Gruppe. Einige Kollegen warten schon auf mich. Wir haben in den letzten Jahren so einiges erlebt und dieser Lauf hier, der schweißt uns jedes Jahr noch mehr zusammen.

Welch eine Hitze.

Der Moderator erzählt etwas von bestem Laufwetter. Na er muss ja auch nur moderieren. Zehn Minuten braucht es, bis auch ich endlich starten kann, so dicht gedrängt steht das Feld. Nach ein paar wenigen Metern schon staut es sich bereits und aus den wenigen Metern Laufen wird ein Gehen. Eng an eng geht es voran und immer wieder trifft mich ein Ellbogen. Es sind gerade jene Läufer, die schnell noch durch wollen. Auch ich wechsle nun ständig zwischen Joggen und schnellem Gehen, denn anders kommt man nicht durch das Feld, das immer wieder mit neuen Klümpchen aufwartet. Ein Seitenstechen spüre ich, nicht schlimm, er wird vergehen. Von links hinten schnauft es, dabei ist der erste Kilometer noch nicht geschafft. Das Schnaufen überholt mich und Typ könnte locker halb so alt sein, wie ich. Er sollte ruhiger machen, hier kommen wir nicht schneller voran und es klingt nicht gesund. Wir sind im Schatten der Bäume, so lässt es sich aushalten.

Wieder Ellbogen und die Hitze.

Drei Kilometer sind geschafft und die Bäume verlassen uns. Für einen kurzen Moment war der Weg so breit, dass wir frei genug waren, uns uneingeschränkt nach vorn arbeiten zu können, doch ich sehe dass es wieder enger wird und spätestens an der Brücke wird es nur im langsamen Schritttempo weitergehen. Die Sonne knallt noch heftig und mein Kopf fühlt sich an, als wäre er hochrot. Ein Blick zu meinen Freunden…sie kämpfen auch ein wenig mit der Anstrengung. Endlich haben wir die Brücke erreicht. Wir haben Zeit, uns anzulächeln und folgen langsam der Masse. Oben angekommen werden wir von einem sanften Regen aus dem Gartenschlauch begrüßt, direkt danach gibt es was zu trinken. Doch ich sehe keine vollen Becher mehr und eine lange Schlange. Wir laufen weiter. Hinter der Brücke wird irgendwann wieder ein Stand mit Wasser kommen, da nehmen wir was mit.

Wieder Ellbogen und die Hitze.

Ein wenig Schatten und das Feld weißt ein paar Lücken auf, so läuft es sich besser und ich auch schneller. Mein Kopf fühlt sich wieder hochrot an und die Seitenstiche kommen wieder, doch dieses Mal heftiger. So stark kenne ich den Schmerz nicht und ich werde etwas langsamer. Nur kurz schließe ich meine Augen.

Kein Ellbogen mehr, aber die Hitze.

Wer ist die Frau über mir? Warum schauen meine Freunde und meine Familie so ängstlich?

Die Frau ist weg und nun ist es ein junger Kerl. Er soll mir das Ding vom Mund nehmen, denn ich bekomme keine Luft.

Ich höre das Martinshorn, an den Wänden sind überall kleine Schubladen. Noch immer hab ich dieses Ding auf dem Mund und einer zählt…22…23…
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An den einen Läufer, der das Ziel nicht fand.

Ins kalte Nass

Der Wind wischt mir die Haare aus dem Gesicht, während meine nach oben durgestreckten Arme sich an dem Griff halten, der mit dem langen Band verbunden ist. Als der Umkehrpunkt der Schaukel erreicht ist, lasse ich los und fühle mich für einen kurzen Moment schwerelos, während das klare Wasser immer mehr auf mich zukommt. Mir ist nach Schreien zumute, aber ich halte die Luft an. Der See ist eiskalt. Es wummert dumpf in meinen Ohren, als ich eintauche und wieder erlebe ich einen Moment der Schwerelosigkeit. An meinem Körper gleiten Luftkügelchen nach oben und kitzeln mich sanft dabei. Einige Züge mit meinen Armen und den Beinen und ich finde mich wieder an der Wasseroberfläche. So wie die Luftbläschen zuvor an mir emporstiegen, drückt nun ein Schrei aus meinem Magen hervor. Ein Schrei voll Befreiung und Glückseligkeit. Nach einigen Augenblicken schnürt mich die Kälte immer mehr ein und ich steige wieder aus dem Wasser zu der Freundin, die bäuchlings auf der Decke liegt. Ich wecke sie, indem ich mit starkem Kopfnicken ein paar kalte und nasse Tropfen aus meinem Haar auf ihren Rücken schüttle. Ihr lautes „Hey“ zwingt mich zu entschuldigenden Küssen auf die zuvor befeuchteten Stellen. Ihre Haut ist warm und ich will sie nicht noch stärker quälen. So lege ich mich neben sie und schließe meine Augen, um in der Sonne zu trocknen.

Leni und Valentin – Ein heißer Sommertag

Beim Einkaufen ging Valentin den Einkaufszettel aufs Genaueste durch, hatte er doch keine Zutat für das abendliche Gericht mit seiner guten Freundin Leni im Kühlschrank. Grüne Tagliatelle fanden sich im Korb, ebenso Schlagsahne, Lachsfilets und Weißwein. Zwiebeln und Knoblauch würden der Soße die nötige Zusatznote geben, aber davon hatte er immer was Zuhause. Auf dem Weg zu sich, klingelte er bei Leni und die zwei Freunde gingen den Berg zu seiner Wohnung hinauf, wobei sie beide durch die stehende Hitze sofort ins Schwitzen kamen. Das Gericht hätte er auch allein zubereiten können, aber er ließ Leni den Lachs in kleine Stückchen schneiden, während er sich an den Zwiebeln und der Knoblauchknolle zu schaffen machte. Als alles vor sich hinköchelte, stellte Valentin den knöchelhohen, schwarzen Tisch auf den Balkon und platzierte die viereckigen Teller darauf, die in ihrem Weiß einen wunderbaren Kontrast zum Tisch abgaben. Neben Messer und Gabel stellte er noch zwei Weingläser auf den Tisch und warf Kissen zum Sitzen auf die aufgewärmten, bräunlich-roten Fliesen. Sie mischten die Nudeln und die Soße bereits in der Pfanne, und stellten sie draußen auf einem hölzernen Untersetzer. Leni war bereits hungrig und Valentin konnte es nur zu gut nachvollziehen. Die Stimme eines Nachbarn rief vom Balkon schräg über ihnen herunter, um das Essen als köstlich riechend einzustufen. Die beiden Freunde grinsten sich an und genossen ihr Gericht. Valentin hielt sich beim Wein zurück, denn immer mehr entwickelten sie den Plan, noch an den See zu fahren und dazu müsste er nüchtern bleiben.

Im Dunkeln war die kiesige Einfahrt zum See kaum zu finden und die zwei Freunde gingen auch fast den gesamten Pfad um den See ab, um einen offenen Einstieg zu finden, jedoch ohne Erfolg. Als sie Stimmen vom Strand her hörten, verloren sie ihren Skrupel und kletterten über den mannshohen Zaun. Ihnen kamen drei Jungs entgegen und der Strand war nun ruhig. Lediglich ein anderes Pärchen war dort, welches sie fast übersehen hätten. Valentin hielt sich nicht lang auf, zog schnell alles bis auf die Badehose aus, die er Zuhause noch angezogen hatte und stand bereits im angenehm kühlen Wasser, während Leni sich noch entkleidete. Sie stapfte ihm in Höschen und BH hinterher, wobei er das nicht wirklich mitbekam, da er angewiesen wurde, wegzuschauen, denn jene Unterwäsche war ihrer Meinung nach nicht schön, aber praktisch. Bevor sie sich jedoch ganz ins Wasser stürzte, entledigte sie sich ihres BHs und legte damit ihre festen Brüste frei, die Valentin nur zu gern ansah. Sie schwammen einmal die komplette Länge des Sees ab, bis ihnen kalt wurde und sie sich wieder in die Gegenrichtung aufmachten. Valentin war es doch recht kalt geworden und zudem empfand er es als gutes Training, eine Spur schneller zu schwimmen. Er ging wieder hinauf zu ihren Sachen, rollte sich in sein Badetuch ein und freute sich bereits, Leni beim Verlassen des Wassers beobachten zu dürfen. Sie war keine typische Schönheit, war sie doch leicht untersetzt und recht klein, aber eben genau das gefiel ihm so sehr an ihr. Ihre blauen Augen, ihr Lachen und ihre schönen Kurven, die er als guter Freund nie so sehr hätte begehren sollen. Als er so auf sie wartete, leuchtet plötzlich eine Taschenlampe auf ihn. Zuerst dachte er an die Jugendlichen, die nach ihren Freunden suchten, aber recht schnell erkannte er anhand der Aufforderungen, dass es sich um Polizisten handelte. Zu fliehen war sinnlos, wäre er barfuß niemals schnell genug gewesen, zumal er bereits wusste, wie schnell und ausdauernd manche Polizisten sein können und natürlich könnte er Leni da nicht so zurücklassen. Die junge Polizistin nahm seine Daten auf und vermieste damit auch gleichzeitig Valentins Freude auf Lenis schönen, fast komplett nackten Körper.

Auf der Rückfahrt im Auto regten sich die zwei Freunde lang darüber auf. 35€ sollte jeder von ihnen zahlen, aber wenigstens kam es zu keiner Anzeige wegen Hausfriedensbruch. Erst in Valentins Wohnung trockneten sich die zwei Freunde ordentlich ab und er gab ihr ein paar trockene Klamotten. Leni setzte sich in den gemütlichen, roten Sessel, während er es sich auf der Couch bequem machte. Die Flasche Wein war noch halbvoll und so tranken sie sie leer und hörten dazu ein Album der Doors und wie Valentin am nächsten Tag feststellen sollte, in einer Lautstärke, dass die Nachbarn jedes Recht gehabt hätten, sich zu beschweren. Doch die Freunde hatten bereits eine zweite Flasche zu leeren begonnen und bemerkten dies nicht. Sie waren mehr mit sich beschäftigt, denn Valentin fand sich plötzlich auf dem Teppich unter Leni liegend wieder und knetete auf ihr Geheiß hin ihre Brüste, was beide genossen. Ihre Brustwarzen waren recht hell und glatt, während ihre Nippel weit hervorstanden. Sie verlagerten ihr Liebesspiel ins Schlafzimmer und Leni verlangte gleich mehrere Positionen auszuprobieren. Zuerst empfing sie ihn auf dem Rücken liegend mit gespreizten Beinen. Das viel zu weiche Bett hatte Valentin schon immer genervt, aber an diesem Abend störte es gewaltig, weil sie so nicht in einen guten Rhythmus kamen, doch zumindest hatte er so einen freien Blick auf ihr Gesicht, auf diesen so schönen Körper, jedoch dafür keine Hand frei, um sie berühren zu können. Sie drehte ihm dann den Rücken zu und wollte von hinten genommen werden. Doch auch so sollte es nicht so wirklich zur Freude Valentins sein, der immer wieder nach Halt suchte und lediglich ihren Po dafür fand, der jedoch zu glitschig vom Schweiß war. Als letzte Idee legte er sich seitlich neben sie, während Leni auf dem Rücken lag und ihr Bein anhob. Endlich fanden sie so eine Position, in der genug Halt vorhanden war. Er biss ihr in den Hals, griff fest an ihre Schulter, bis sie seine Hand nahm und sie wieder auf ihre Brust legte um sie zu kneten. Dann glitt er den Körper hinab und legte zur zusätzlichen Stimulation seine Hand über ihren Venushügel. Die Nachbarn, die von der Musik geweckt worden waren, bekamen von diesem Liebesspiel auch davon gut etwas mit, denn das Fenster war geöffnet und Leni hielt sich in ihrer Lautstärke nicht zurück, was Valentin immer mehr antrieb. All das erregte ihn. Das klatschende Geräusch ihrer verschwitzten Körper, Lenis Stöhnen, ihre verschwitzten Körper, die gestutzten Haare in ihrem Intimbereich, die er ertastete. Es schien ihm, als würde immer noch ein besonderes Gewürz in ein eh schon perfektes Gericht gegeben, was zu einer gigantischen Geschmacksexplosion führte, welches sie schmatzend genossen. Als die beiden Freunde erschöpft und verschwitzt nebeneinander lagen, war es, als wäre die stehende Hitze des Tages zwischen ihnen entladen worden. Und wie nach einem heftigen Gewitter, kehrte nun eine friedliche Ruhe ein, die umso stärker wirkte, weil sie einen so starken Kontrast zum lauten Unwetter darstellte.