Wenn der Hahn kräht

Manchmal frage ich mich, warum ich mir nicht ständig etwas über die Hände schütte, also wie ich es ständig schaffe, in Träumereien abzudriften und dann doch kurz vor knapp noch aufzuwachen. So wie eben gerade, als ich mein Glas mit dem Wasser aus dem alten Wasserhahn zog. Er hat einen langen Ansatz vorn, an dem überall der Kalk genagt hat und der zwischendrin tropft. Er wirkt, als würde er bald abfallen, aber irgendwie hat er die Natur überlistet. Nicht schlecht für ein Stück Metall. Er passt damit bestens zu mir, denn auch ich konnte die Natur ein wenig betrügen. Mein Alter sieht man mir nicht an, aber ich bin genauso verkalkt, wie der Wasserhahn, ich habe nur meine Tricks, wie es die Leute nicht bemerken. Oder vielleicht bilde ich mir das auch nur ein und in der Realität durchschauen sie mich. Wer weiß das schon. Vielleicht bin ich auch noch gar nicht so verkalkt, immerhin schaffe ich es beim Träumen noch das Wasser früh genug abzustellen…