In Plastik verpackter Tod – Literallypeace.com

Ein weiterer Eintrag auf Literallypeace, bei dem ich mich mit dem Thema Tod beschäftige. Interessant hierzu sind dann natürlich die Einträge von der syrischen Seite, denn der Blick unterscheidet sich seit einigen Jahren gravierend von unserem.

Klick hier zum Beitrag

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag.

Der Katzenmann – Teil 2

Die Geschichte von vorn

Zuhause angekommen, stellte Heinrich seinen Einkauf ab und die Milch in den Kühlschrank. Er begann Brötchen aufzuschneiden und bemerkte dabei, dass er übers gesamte Gesicht grinste. Mit dem Blick auf Flor zwang er sich, das Grinsen abzusetzen. Es war etwas Schreckliches passiert und er erfreute sich daran. Was war er nur für ein Mensch, fragte er sich. Heinrich goss sich ein Glas Milch ein und bestrich die Brötchen mit Aufstrich und Butter. Es ärgerte ihn, dass er diese Erleichterung nicht genießen konnte, aber dennoch fühlte er sich so leicht und befreit, wie seit Jahren nicht mehr.

Nach dem späten Frühstück verließ Heinrich die Wohnung, um die Mäuse zu beseitigen, die ihm seine Katzen nur zu gern vor die Tür zum Hinterhof legten. Die alte Frau, die in der Wohnung neben ihm wohnte, begrüßte ihn, als sie aus dem Hof kam: „Guten Tag, Herr Kalkenrisse.“ Er grüßte mit einem gespielten Lächeln zurück: „Guten Tag.“ Die Alte hatte sich mal beim Vermieter über die toten Mäuse und die vielen Katzen beschwert, obgleich sich Heinrich immer sehr darum kümmerte, alles in Ordnung zu halten. Zudem hatte er sich niemals darüber beschwert, dass sie ständig auf ihrem Balkon rauchte und dadurch ständig der Gestank in seine Wohnung zog. Jedes Mal, wenn sie am Morgen zu husten begann, wünschte er sich, dass sie doch endlich daran ersticken möge, aber sie tat ihm den Gefallen nicht. Er war schon fast aus der Tür zum Hinterhof raus, da hörte er sie noch durch den Flur meckern: „Und kümmern sie sich mal um die armen, toten Mäuse draußen.“ Er war ja gerade dabei, aber den Satz konnte sie sich nicht verkneifen, der gehörte dazu. Er antwortete mit einem automatisierten Jaja. Und dachte sich dabei „Leck mich doch, du alte Schachtel.“ Draußen lag eine Maus, die er sogleich beseitigte. Tiger sah ihm dabei zu und maunzte ihn glücklich an. Sie hatte ihm das Dankeschön vor die Tür gelegt.

Heinrich kehrte danach wieder in die Wohnung zurück, legte sich auf seine Couch und genoss es, nach der Lektüre der Zeitung, ein wenig die Augen zu schließen, bis er von einer verzerrten Stimme und einem Fiepsen, welches er einem WalkyTalky zuordnete, geweckt wurde. Er lauschte und hörte Gemurmel, weshalb er aufstand und zum Balkon ging.

Zum 3. Teil

Der Katzenmann – Teil 1

Da war er wieder, der Blick vom Bäcker zusammen mit dem plötzlichen Schweigen der anderen Kunden, als er, Heinrich, den Laden betreten hatte. Er wollte gar nicht mehr zu diesem Bäcker gehen, aber da seine Wohnung genau gegenüber lag und am Sonntag nur schwer an frisches Brot und Milch zu kommen ist, musste es einfach sein, auch wenn es Heinrich einiges an Überwindung kostete.

Viel schlimmer war allerdings der Nachbarsjunge Erik. Er war immer mit zwei Freunden unterwegs und ärgerte Heinrich bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Ganz schlimm war es mal auf dem Markt. Erik quälte ein anderes Kind in einer Seitengasse, Heinrich sah das Treiben und rief laut, dass es genug sei. Erik ließ tatsächlich von den Kind ab und schrie laut zurück, was Herr Katzenpisse denn sonst machen wollen würde. „KATZENPISSE. KATZENPISSE!“, brüllte Erik und seine zwei Freunde stimmten ebenfalls mit ein. Selbst der Junge, der eben noch unter Eriks Tortur zu leiden hatte, schrie aus vollem Halse mit. Heinrich ging wieder auf den Markt, doch wurde er vom Geschrei verfolgt. Er sah die Gesichter der anderen Erwachsenen, von denen nicht wenige ein Schmunzeln nur schwerlich unterdrücken konnten. Niemals zuvor fühlte sich Heinrich so verlassen, wie in dem Moment. Als er an jenem Abend mit seinen Katzen Zuhause saß und seine graue gestreifte Freundin aus Sibirien streichelte, da murmelte er vor sich hin: „Hoffentlich geschieht diesem Erik mal ein Unglück.“ Dieser abendliche Singsang wurde zu Heinrichs Ritual, ganz ohne dass er es merkte. Immer saß ihm dabei Tiger, die sibirische Katze, auf dem Schoß, die ihm schnurrend in die Augen blickte.

Als er an diesem Sonntagmorgen in der Bäckerei stand und darauf wartete, dass der Bäcker die Brötchen und das Brot einpackte, kam ein aufgeregter Mann herein. Er erzählte vollkommen außer Atem, dass ein Unglück geschehen sei. Heinrich gab nichts auf das Getratsche, doch als er hörte, dass man Erik die ganze Nacht über gesucht hatte, wurde er hellhörig und lauschte gespannt. Am Morgen hätte man seine Leiche am Bach gefunden. Heinrich wäre beinahe ein Lächeln entglitten, aber er riss sich zusammen, bezahlte seinen Einkauf und ging, als hätte er nichts von dem mitbekommen, was nicht zu überhören gewesen war.

Zum 2. Teil