Einen leeren Kopf bekommen

Die Lichter der Stadt spiegeln sich auf dem schwarzen Lack des Cabrios. Ein Ziel gibt es nicht, nur das beruhigende Brummen des Motors und das Gefühl der Beschleunigung nach jeder roten Ampel, die es braucht, damit das nächtliche Fahren nicht monoton wird. Seine Gedanken beruhigen sich. Sie prasseln nicht mehr auf ihn ein. Das ist der kleine Ausbruch, in dem so viel Freiheit steckt und sie wird mit ein paar Tropfen Öl recht günstig gekauft. An der nächsten Ampel wartet ein Auto mit zwei jungen Fahrern. Sie wollen auffallen und suchen ein Rennen. Doch da suchen sie beim falschen Mann. Die nächste Streife wird sich freuen und er sich ebenso, wenn er deswegen ungestört bleibt.

Wenn der Kopf vollkommen ruhig geworden ist, dann geht es gern auch mal auf die Straßen außerhalb der Stadt, wo der Zeiger des Tachos die 90 Grad geradezu überfliegt, die zwischen 30 und 130 km/h liegen, nur um dann doch wieder den Wagen rollen zu lassen, bis er ein gutes Stückchen unter der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit liegt und dem Fahrer noch die Möglichkeit gibt, einem Tier auszuweichen. Keine Menschenseele weit und breit, nur die ruhige Nacht, die ihn beim Fahren beobachtet, bis er wieder auf seiner Einfahrt steht und den Motor einige Sekunden lang brummen lässt, bis er den Schlüssel nach links dreht und damit die Spritzufuhr kappt. Doch innerlich vibriert es weiter und sorgt dafür, dass in dieser Nacht niemand mehr die innere Ruhe brechen kann,