Kater-Tag

Ich weiß gar nicht, warum ich die Gardinen vorhin beiseite gezogen hatte, denn mich störte die Sonne an diesem Samstag. Von der Couch aus blickte ich hinaus und sah auf die Fenster des Nachbarhauses. Womöglich würden sie mich bei meiner Faulheit beobachten und mich verurteilen, so sind die Menschen. Mein Körper schmerzte vom Sport der letzten Tage und mein Kopf pulsierte dazu, weil ich die letzte Nacht im Rum ertränkt hatte. Der Weg zum Fenster erschien mir unendlich weit entfernt und so blieb ich eine Weile liegen und schlief ein. Geweckt wurde ich vom Drang mich zu erleichtern. Dem kam ich nach und auf dem Rückweg verdunkelte ich die Fenster mit dem beigen Stoff, den ich heute Morgen beiseite gezogen hatte. Ich legte mich wieder auf die Couch und ließ die Welt verschwimmen. Das gedämpfte Licht erinnerte mich an unseren Ausflug damals. Wir waren über Tage hinweg wandern und an einem Tag konnten wir unser Zelt nicht verlassen, weil es unaufhörlich regnete. Es war kein schlimmer Regen, aber seine Beharrlichkeit ließ uns unter der Plane verweilen. Wir wollten die karge Landschaft noch ein wenig erkunden, aber niemand zwang uns aufzustehen und so blieben wir liegen und lauschten den Tropfen und lagen beieinander. Wäre neben uns ein Vulkan ausgebrochen, wir wären auf ewig beisammengeblieben.

Greif zu

Ihr kennt das, diese Rüffel von anderen Menschen. Da gibt es den Typus, der weh tut, ganz egal, ob er stimmt oder nicht. Es ist etwas, das einen trifft, aber dem man nicht nachgehen möchte, weil man mit der Art nicht umgehen kann. Ich zumindest kenne das. Ich kenne aber auch dieses Aufrütteln, das aus einer tiefen Liebe entspringt. Keine sexuelle Liebe, sondern eine menschliche. Ich bekam solch einen Aufrüttler heute verpasst und stand für einen Moment mit Tränen in den Augen mitten in einer Disko. Es lag nicht am Alkohol, was den betrifft, so habe ich mich ausgesprochen gut unter Kontrolle. Es waren Komplimente gepaart mit dem Hinweis „endlich zuzupacken“.

Ich habe mich zu gern auf Komplimenten ausgeruht. Doch gleichzeitig begann ich in den letzten Jahren davonzulaufen. Ich rannte vor meinem Leben davon. Ich rannte vor Freunden davon. Ich rannte vor der Liebe davon. Ich rannte vor der Familie davon.

Ich tat Menschen weh, weil ich nach einer Lösung suchte. Nein das stimmt nicht, es waren keine Lösungen, sondern Auswege. Oder noch ehrlicher: Es waren Fluchtwege. Wir alle wissen, dass man bei einer Flucht schlussendlich vor sich selbst davonläuft, aber was macht man mit jenen, die man auf dieser Flucht betrog oder belog? Was machte ich mit jenen? Ich traf eine Frau, die sich in mich verliebte, doch statt ihr offen und ehrlich zu begegnen, verhielt ich mich falsch. Ich ließ sie an mich heran und genoss es. Dann stieß ich sie weg. Wenn ich so zurückblicke, war es nicht nur eine.

Menschen sorgten sich um mich, doch ich meldete mich nicht oder reagierte nicht auf sie. Brachte es mich näher zu dem Menschen, der ich sein könnte oder der ich sein möchte? Eine Antwort braucht es gar nicht, weil sie jeder kennt. Weil ich die Antwort kenne.

Das Leben meint es ausgesprochen gut mit mir. Das weiß ich. Ein schlechter Mensch bin ich nicht, dessen bin ich mir sicher. Aber ein guter Mensch bin ich auch nicht. Nicht nach meiner eigenen Definition. Ich kenne gute Menschen. Und ich kenne Menschen, die ihren Weg gingen. Vielleicht taten sie dabei auch geliebten Menschen weh, aber sie fanden zu sich und verleugneten sich nicht.

In drei Stunden werde ich aufstehen, mich zurechtmachen und auf die Arbeit gehen. Es ist ein Job, der in Ordnung ist. Es ist ein Team, welches ich mir kaum besser wünschen könnte. Dennoch ist dieser Job nicht das, was ich möchte.
Es ist nicht der Job, hinter dem ich stehe. Es ist eine Arbeit, das ist alles.

Dieser Text soll mir selbst ein Tritt in den Allerwertesten sein, jetzt etwas zu verändern. Vielleicht nicht mein gesamtes Leben. Aber indirekt den Umgang mit all den lieben Menschen, die ich in meinem Leben wissen darf. Denn ich bin unheimlich dankbar dafür, dass sie da sind, selbst wenn ich nicht da bin. Das muss sich ändern. Das muss ich ändern.

Die Erinnerung

Ein Augenblick nur ist es, der das schöne Gefühl des Abends wegwischt. Ich bin allein auf dem Fahrrad unterwegs und komme von Freunden, die ich unangekündigt besuchte. Es ist jedes Mal, als würde ich heimkommen. Auf dem Rückweg zu mir überquere ich die alte, holprige Steinbrücke und erblicke zwei Frauen. Die rechte von ihnen nehme ich kaum wahr, denn all meine Aufmerksamkeit liegt auf der Person neben ihr. Die Frisur, die Figur und der Gang, sie lösen die Erinnerung an diese seit Jahren vergangene Liebe aus. Ich radle an ihr vorbei und wage es nicht, den Kopf zu drehen. Ich habe Angst, dass sie es sein könnte. Ich habe Angst, ihren Blick zu sehen. Angst davor, dass ich kein freundlich-lächelndes Gesicht erhasche, sondern eines, das mich verständnislos anblickt und mich verwünscht. Noch zweihundert Meter rolle ich weiter, dann bremse ich und krame das Handy hervor. Was auf dem Display passiert, interessiert mich nicht. Ich denke nach und trete mir in den Hintern, und wende. Zurück zur Brücke; es fehlt jede Spur von ihr und zu viele Gassen führen in zu viele Nebengassen. Ich fahre alle ab und doch bleibt einzig die Erinnerung.

Unterschiede

Ich weiß gar nicht, ob dir bewusst war, wie sehr ich es liebte, wenn du mich in den Wald begleitetest. Es war die einzige Zeit, in der ich dir die Welt erklären konnte. Meine Welt zumindest. So oft saß ich neben dir und lauschte den Gesprächen zwischen dir und deinen Freundinnen und Bekannten und so sehr ich es auch versuchte, ich konnte den Anschluss nicht finden. Ich kam mir wie ein Schuljunge vor, der Vokabeln lernt, wenn ich versuchte, eure Themen zu verstehen und mich heimlich informierte. Im Wald aber, da schwiegst du und hörtest mir gespannt zu, wenn ich über Spuren und die Früchte der Natur sprach. Bis zu unserem ersten Spaziergang durch den Wald hatte ich das Gefühl, dass ich dir niemals das Wasser reichen können würde, aber erst da wurde mir bewusst, dass wir uns in unserem jeweils eigen Kosmos bestens auskannten und es liebten, einander zuzuhören und dadurch ein wenig in diese Welt eintauchen zu können. So unterschiedlich waren wir denn gar nicht, du warst ebenso eine Expertin in deinem Gebiet, wie ich in dem meinigen, das wurde mir leider erst spät bewusst, als wir die eine Welt, die nur die unsere war, zerstörten. Unüberwindbar schienen unsere Unterschiede und dabei waren da nur Gemeinsamkeiten, wenn wir einander wortlos in die Augen sahen und wussten, dass alles gut war. Nur hatten wir uns in den Streitereien nicht einmal schweigend in die Augen gesehen.

Feuer und Flamme, Schall und Rauch (2)

Dass ich meine Mutter und meinen Vater verloren hatte, das wollte in mir nicht ankommen. Es war ein unumstößlicher Fakt, aber auch nicht mehr. Noch immer befand ich mich in dieser Blase. So wie damals, als ich mit einem Freund auf dem Fahrrad um die Wette fuhr und ich unvermittelter Dinge vornüber den Lenker schoss. Ich rutschte über den Asphalt und als ich aufstand, war alles so leicht. Ich blickte auf mein weißes T-Shirt und sah die roten Bluttropfen, die sich deutlich vom Weiß absetzten. Der Freund beschwerte sich, dass ihm wegen mir ein Stück vom Zahn abgebrochen sei. Er war auch in einer Blase. Nur hielt seine und meine Blase damals vielleicht für eine Stunde. Das war jetzt anders. Diese Blase hielt schon seit über einer Woche an. Oder waren es gar Jahre?

Ich tastete mich an der Wand entlang und fand jene Ecke, in der ich früher nur zu gern saß. Sie war kleiner geworden. Nein, ich war größer geworden, aber so kam es mir nicht vor, ich hatte nicht wirklich das Gefühl, gewachsen zu sein. Ich setzte mich hin und lehnte mich gegen den kalten Stein. Die Dunkelheit nahm mich auf und in dem Moment verspürte ich Trauer. Ein diffuses Gefühl, so wie das leise Brummen eines angeschalteten Lautsprechers, den man schon am Tagw gehört hat. Und so wie man des Nachts nur noch dieses Brummen vernimmt, weil es den ganzen Raum einnimmt, so nahm mich die Trauer ein. Irgendwas war nicht richtig und wollte mich erdrücken. Das war so ein Kunststück dieser Höhle. Wie damals, als ich mein Herz verloren hatte: Sie meldete sich kaum auf meine Nachrichten oder kam mit Ausreden, welche mir zwar jedes Mal Hoffnungen machten, aber doch nichts anderes aussagten, als dass sie mich nicht sehen wollte. Wie lange schleppte ich das mit mir herum und kämpfte und wurde schwächer. Ich wollte sie so gern wiedersehen, aber mir blieben nur diese Nachrichten. In der Höhle nahm mich damals die Dunkelheit gefangen. Es war ein Gefühl von Kälte und Einsamkeit. Das Dunkel, an das ich mich sonst gewöhnte, wurde stärker und größer, so wie das Brummen des Lautsprechers. Es umhüllte mich und ich gab mich der Finsternis hin.

A Lover, not a Fighter

Wenn ich über mich nachdenke, und mir ist gerade danach, dann war ich immer eher die derjenige, der liebte und nicht derjenige, der kämpfte. Ich dachte immer, dass ich damit der bessere Mensch sei. Jemand, der liebt ist besser als jener, der kämpft, so dachte ich. Aber das ist so eine Sache. Was bedeutet dieses Lieben und was bedeutet das Kämpfen? Als Liebender tue ich doch das Richtige, das Positive, so war mir das klar. Ein Kampf, der bedeutet eine Auseinandersetzung und somit auch Gewinn und Verlust. Niemand sollte wegen mir verlieren. Ich erst recht nicht. Aber das war eben der Fehler und ist es wohl noch immer. Immer wieder begegnen mir Menschen, die eine jahrelange Beziehung führen. Ich dachte immer, dass das die Liebenden seien, aber es sind in Wahrheit die Kämpfer. Kämpfer gegen die Urteile von Freunde. Kämpfer gegen die Urteile der Bilder, die wir alltäglich über Werbung oder andere Medien aufnehmen. Kämpfer gegen das eigene selbst.

Hier möchte ich nicht falsch verstanden werden. Sie kämpfen nicht gegen sich in dem Sinne, dass sie selbst die Liebe nicht wollten, sondern in dem Sinne, dass sie den Druck von außen und von innen abwehren können. Für mich ist das ein Kampf gegen meine Ungeduld. Ich weiß nicht, was bei mir schief lief, aber ich bin kein geduldiger Mensch. Andere Leute mögen das anders bewerten und neigen dazu, mich als ruhigen und nachdenklichen Menschen zu benennen, aber in Wahrheit fehlt mir dir Geduld und die Ruhe, wenn ich mein Herz erst einmal verloren habe und genau das passiert mir manchmal viel zu schnell. So oft lerne ich eine besondere Person kennen. Sehr oft passiert dann aber doch nichts in mir. Es ist dann einfach, ein Liebender zu sein. Ganz selten aber passiert es, dass es mich trifft. Da kommt eine Person in mein Leben, die ich kaum kenne, aber die ich nicht loslassen möchte. Jeder vernünftige Mensch rät mir dann, diese Person erst einmal kennenzulernen und ich selbst gebe mir auch diesen Rat. In mir drin allerdings gibt es eine zweite Stimme und diese will nicht warten. Sie hat Angst davor zu warten. Sie hat Angst davor, dass eine andere Person womöglich mehr Interesse weckt. Hat Angst davor, nicht gut genug zu sein. Und dabei sollte ich langsam begriffen haben, dass ich so bin, wie ich bin und dass ich mich dafür weder entschuldigen, noch rechtfertigen müsste. Aber ich tue es. Ich verliere mein Herz, wenn auch nur selten und ich fahre dann gegen eine Wand. Eine Wand, die ich selbst aufbaue.

Ich bin gern ein Liebender, aber was bringt mir dieser Liebende, wenn ich nicht auch langsam lerne, ein Kämpfer zu sein. Ein Kämpfer, der gegen die schnelle und leichte Stimme ankämpft, die immer unzufrieden sein wird. Die kleine Stimme, die viel zu laut schreit, aber doch noch nie glücklich gemacht hat. Sie ist nicht falsch oder sollte ungehört bleiben, denn es ist die gleiche Stimme, die mir in den Hintern tritt, wenn ich lange Zeit nicht schreibe und mich ermahnt, dass es wieder Zeit wird, bevor ich das Gefühl und den Ausdruck verliere oder vergesse, was meine Texte lesenswert macht. Wenn es aber um diese eine besondere Person geht, da würde ich diese Stimme nur zu gern ausschalten. Ich möchte meine Selbstzweifel begraben, die ich mittlerweile abgelegt haben sollte, aber offensichtlich werde ich dafür nie zu alt. Diese Stimme steht mir Weg. Sie hindert mich daran, glücklich zu sein und den Moment zu genießen. Sie ermahnt mich, einen Schritt zu gehen, der zu weit geht. Nicht, weil es angebracht wäre, sondern weil die Angst zu groß ist, dass ich verliere, was da ist. Und erst dadurch verstoße ich, was sich mir zeigte.

Eine besondere Person trifft man nicht so oft. Ich zumindest nicht. Wir haben alle unsere Kriterien, was einen Menschen besonders macht und dadurch passiert es zum Glück nicht alltäglich, dass wir einer solchen besonderen Person begegnen. Manch eine davon machen wir zu einem Vater oder zu einer Mutter. Manch eine Person möchten wir beschützen und manche davon, die möchten wir… Nein, die möchte ich lieben. Ich möchte, dass sie mich ebenso liebt. Aber ich habe es nie gelernt zu kämpfen. Nicht um sie, sondern gegen die eigene Ungeduld. Dieses nagende Gefühl, das mir in diesem Fall nicht hilft. Ich möchte diese eine Person doch nur näher kennenlernen. Ich möchte wissen, wer mir da gegenübersteht und dann herausfinden, ob sie und ich zueinanderpassen. Dafür muss ich diesen ersten Kampf gewinnen. Diesen Kampf gegen die innere Unruhe. Den Kampf gegen die Stimme, die nicht genug bekommt und der es nicht schnell genug gehen kann. Ich möchte ein Liebender sein, und ein Kämpfer.

Brustschmerzen

An den Wänden des Wartezimmers hingen ein paar Blumenbilder. Nichts außergewöhnliches, nur das, was man erwartet, wenn man dort sitzt und vor sich hinstarrt. Auf dem Glastisch vor mir lagen die Zeitschriften eingepackt in eine Schutzhülle aus Papier. Die Titelseiten sind anscheinend so wertvoll, dass man sie extra schützen muss. Vielleicht dient dieser Schutz aber auch uns wartenden Patienten, damit uns die Entscheidung überlassen bleibt, ob wir den Blödsinn sehen wollen oder nicht. Ich weiß gar nicht, warum ich den Plural beim Wort Patient wählte, denn ich saß allein in dem Raum. Die Rezeption war außerhalb, aber immerhin stand die Tür dazwischen offen. Alle anderen Räume waren durch weiße Türen mit Plastikgriffen verschlossen. Hier saß ich also und wartete eine Weile. Ich kann nicht sagen, wie lang es war, aber ich starrte träumend vor mich hin und wurde wie aus dem Nichts von der Frau an der Rezeption aus meinem Traum gerissen, ich dürfte nun zum Doktor.

„Nun, was fehlt uns denn?“, fragte er mich und ich sah ihn verwundert an. Er lachte los und entschuldigte sich, aber er brachte diese Floskel von Zeit zu Zeit an, um zu schauen, wie die Leute darauf reagierten. Er war wohl doch nicht ganz alte Schule, dachte ich mir und fühlte mich erleichtert. Es ist eben nie verkehrt, ein Gespräch mit einem Witz zu beginnen. „Also, Herr Fröhlich, dann legen Sie mal los“, gab er von sich. „Können Sie mir mein Herz herausnehmen? Ich habe es bereits verloren und verschenkt. Zerrissen wurde es mir auch, aber dennoch spüre ich es immer wieder schwer schlagen“, erklärte ich. „Knöpfen Sie mal Ihr Hemd auf“, schlug er vor und hörte mich ab. „Das klingt recht dumpf. Mir scheint, sie haben es mehrfach verschlossen, so dass es nur schwer zu öffnen ist. Ich will Ihnen da keine Hoffnung machen, aber ich befürchte, damit müssen Sie leben.“ „Und wie lang?“ „Nun, vermutlich bis ans Ende Ihres Lebens, aber vielleicht knacken Sie oder eine andere Person das ein oder andere Schloss.“ „Aber wenn es so offen dar liegt, ist das nicht gefährlich?“ „Durchaus, durchaus. Aber worum sorgen Sie sich, eben noch wollten Sie, dass ich es entferne.“ „Ja, das stimmt schon, aber so ein Eingriff wäre doch bei weitem nicht so schmerzhaft, wie ein offenes Herz, denke ich. Ich kenne das ja von einem abgerissenen Fingernagel…“ „Es bleibt ja Ihnen überlassen, ob Sie es nun öffnen wollen oder nicht. Aber glauben Sie mir, es lohnt sich“, sagte der Arzt und erhob sich. Er schrieb noch etwas auf einen Zettel und drückte ihn mir in die Hand: „Geben Sie den vorn an der Rezeption ab. Ich wünsche Ihnen einen guten Tag“ „Okay, vielen Dank. Glaub ich.“

Ich verließ das Behandlungszimmer und stand direkt vor der Rezeption. Die Frau dahinter war beschäftigt. Mein Blick ging nach rechts in das Wartezimmer, es war leer. Draußen vor dem Fenster stand ein alter Baum und seine braun-roten Blätter wehten leicht im Wind. „Ja, bitte?“, kam es von der Frau hinter dem Tresen. „Hier, das ist für Sie.“ Sie nahm den Zettel und las ihn, ich träumte vor mich hin. Sie riss mich sofort wieder aus dem Traum: „Sehr gern komme ich.“ Ich blickte Sie verwundert an. „Wohin kommen Sie?“, fragte ich. „Na ins Café heut Abend um 6 Uhr. Und bitte, da sollten wir dann lieber Du zu uns sagen.“ Sie gab mir den Zettel zurück und ich verließ die Praxis.