In Plastik verpackter Tod – Literallypeace.com

Ein weiterer Eintrag auf Literallypeace, bei dem ich mich mit dem Thema Tod beschäftige. Interessant hierzu sind dann natürlich die Einträge von der syrischen Seite, denn der Blick unterscheidet sich seit einigen Jahren gravierend von unserem.

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Ich wünsche euch einen schönen Sonntag.

Der alte Mann (Teil neun)

Ein Entsorgungsunternehmen war in der Stadt gemeldet. Es wäre nicht das erste Mal, dass man hochgiftige Stoffe günstig entsorgt und gleichzeitig Unsummen einstreicht. Ich ließ mir die Adresse geben und dankte meinem Bekannten. An der Stelle war nun alles getan und einen Verdacht hatte ich, dem ich nachgehen konnte. In der Post besorgte ich mir einen großen Karton und packte die Isoflaschen hinein. Ein paar Tage würde es brauchen, bis ich an der Stelle weitere Informationen erhalten würde.

Auf dem Weg zum Arzt, begegnete ich wieder dem Chef der örtlichen Polizei. Er trug eine Sonnenbrille und baute sich vor mir auf. Ich ignorierte sein Gehabe und grüßte ihn mit einem überfreundlichen Hallo. „Du bist ja schon wieder hier“, stellte der Kerl fest und ließ mich spüren, dass ich hier nicht willkommen war. Ich reagierte gespielt naiv: „Ja, ist doch ein wunderschönes Städtchen.“ Wieder blickte ich in ein regloses Gesicht: „Sag doch, dass du den Alten zum Arzt gebracht hast“, fuhr er mich an. Ich nickte nur, denn egal was ich sagen würde, es würde nicht richtig sein. Keine Ahnung, ob man solch ein Verhalten in der Polizeischule lernt oder ob sich die Leute das aus schlechten Filmen zogen. Mich brachte es nicht dazu, zu kooperieren, es erhöhte hingegen meine Abneigung gegen die Institution an sich.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich eines Nachts angehalten wurde und man mir zum Vorwurf machte, dass ich zu wach sei. Als wäre es besser, beim Fahren einzuschlafen. Ich hätte ja sicherlich Drogen genommen. Das verneinte ich, also wurde im Auto noch ein wenig nach dem Dreieck und dem Verbandskasten gesucht, bis man mir mitteilte, dass mein linkes Rücklicht nicht funktionierte. Zum Glück erinnere ich mich eher an jene Ereignisse, bei denen ich gut mit der Polizei auskam, aber ich kann die Abneigung mancher Leute schon nachempfinden, wenn sie auf solche Idioten, wie diesen örtlichen Polizeichef treffen.

Ich grinste den Kerl kurz an und verabschiedete mich dann von ihm. Mir lief es ein wenig den Rücken runter, denn ich rechnete mit einer Reaktion seinerseits, aber die blieb aus. Ich wollte nur noch schnell wieder zum Arzt und erfahren, ob meinem Großvater geholfen werden konnte. Die Krankenschwester teilte mir mit, dass man ihn über Nacht auf jeden Fall noch hier lassen müsste, womöglich sogar ein paar Tage länger. Ich suchte Tom in seinem Zimmer auf und fragte ihn, was der Arzt zu ihm gesagt hätte.