Regenfahrt

Immer neue Regentropfen rollten sein Gesicht herab, während er mit aller Kraft in die Pedale trat. Seine Kleidung klebte nasskalt an ihm und zerrte ihn zu Boden. Für einen kurzen Moment hielt er inne und ließ sich nur von der bereits aufgenommenen Geschwindigkeit führen. Es fühlte sich gut an und es schien, als würde ihm etwas wärmer werden. Das Rad verlangsamte und so trat er abermals in die Pedale und spürte die Kälte, die sich an Stellen haftete, die sich für einen kurzen Moment trocknen und wärmen konnte. Das Gefühl war so unangenehm und doch musste er es ertragen. Der Regen lief ihm so stark übers Gesicht, dass sich in seinem offenen Mund das Wasser sammelte – er nahm den Schluck. Sein Blick richtete sich wieder auf die Straße vor ihm, wenngleich er kaum die Augen offen halten konnte. Er holte tief Luft und ließ sich nicht mehr aufhalten. Er dachte an die warme Dusche, die auf ihn warten würde und die Tasse Tee, die er danach trinken würde, wenn er sich auf seiner Couch in eine Decke einwickeln würde. Diesen Gedanken verlor er nicht, bis er sein Fahrrad abschloss und die Treppe in seine Wohnung hinaufstürmte.

Zitternde Finger

Da standen wir nun. Das knöchelhohe Gras war ebenso feucht, wie die Luft, die vom Regen gewaschen wurde. Wir blickten auf den trostlos aussehenden Fluss und ich wollte dich nicht aus meiner Umarmung lassen, aus der du dich aber immer wieder befreitest, um mich besser küssen zu können. Dein Hemd war mindestens zwei Knöpfe zu weit geöffnet, doch in meinem Kopf waren es noch zwei Knöpfe zu wenig. Die Zeit war in diesem Moment gegen uns, denn ich würde gehen müssen, würde dich zurücklassen und mich verabschieden. In diesem Moment spürte wir nur uns. Der Nieselregen interessierte nicht, doch er kühlte uns ab, zumindest versuchte er es. Wir berührten uns an den Armen, am Po und dann konnte ich nicht widerstehen und legte meine Hand unter dein Hemd. Du zucktest zusammen, war meine Hand doch zu kalt geworden. Meine Finger zitterten, als sie dich auf diese Weise noch etwas quälten, doch unsere Blicke und der nächste Kuss verrieten mir, dass du es mir nicht verübeln konntest.