Nachbarschaftshilfe (3)

Natalie hatte sich auf ihre Liege gesetzt und ich nahm auf dem Stuhl neben ihr Platz und griff nach dem Glas mit der kühlen Limonade. Sie schmeckte angenehm sauer und mehr nach Zitrone, als nach Ginger, was mir nur recht sein konnte. Wir unterhielten uns über den Nachbarn, der erst kürzlich eingezogen war. Wir vermuteten, dass er wohl nicht ganz klar im Kopf sein musste, da er gern mal mitten in der Nacht sein Radio aufdrehte und die Bässe durch das gesamte Haus jagte. Es fiel mir schwer, ihr während des Gesprächs ausschließlich ins Gesicht zu schauen, immer wieder fiel mein Blick auf das fast transparente Kleidchen oder viel mehr das, was darunter lag. Dann plötzlich kam es zu einem Moment der Ruhe. Es war keine unangenehme Stille, sondern nur meine Art, die Sonne auf dem Balkon zu genießen. Als ich ihr ins Gesicht blickte, lächelte sie freundlich und aus heiterem Himmel gab sie mir zu verstehen, dass es nun Zeit für mich wäre, zu gehen. Ich kam ihrer Aufforderung nach, verabschiedete mich von ihr und ging das erste Stockwerk ganz normal hinab. Eine Etage unter ihrer Wohnung blieb ich am großen Fenster stehen und blickte nach draußen. Nun, zumindest fiel mein Blick in die Richtung der Straße, aber ich dachte nach und hatte wohl eher einen verträumten Blick aufgesetzt. Ich wunderte mich über diesen Rauswurf. Meine Gedanken gingen die letzten Minuten durch und ich war mir sicher, dass sie mit mir geflirtet hatte, allein schon, weil sie sich nicht umzog, sondern mir einen sehr direkten Blick auf ihren Körper gegeben hatte. Vermutlich brauchte sie etwas Aufmerksamkeit und ich hatte sie ihr gegeben. Eine Einsicht durchfuhr mich: Ich würde es dabei belassen. Es war keine gute Idee, sich mit einer Nachbarin einzulassen und es war noch weniger eine gute Idee, Spielchen zu spielen, denn dabei hatte ich schon oft genug verloren. Bisher nur mein Herz, aber irgendwann wohl auch meinen Verstand.

Nachbarschaftshilfe (2)

Es hatte etwas von einem Bad in der Sonne, als Natalie ein „schon okay“ erwiderte. Ich erhob meinen Kopf und sie lächelte mich verständnisvoll an, um hinterherzuschieben: „du könntest ja selbst mal mehr als zwei Knöpfe von deinem Hemd schließen, dann können wir uns gern über Freizügigkeit unterhalten.“ Ich sah an meinem Hemd herab und in der Tat waren die unteren zwei Knöpfe geöffnet, die folgenden zwei hielten beide Hemdhälften zusammen und ab da war je nach Lage des Stoffes mehr oder weniger Brust zu sehen. Ich hatte die Knöpfe ganz unbewusst zuvor geöffnet, als ich auf meinem Balkon mit einem Buch in der Sonne saß. „Ich hab mir vorhin eine Ginger*-Limo gemacht. Komm doch rein und probier‘ ein Glas, wenn du magst.“ Mir war Ginger* nie ein besonderer Genuss gewesen, aber ihre Art, vom Unbehagen abzulenken gefiel mir und so würde unser nächstes Aufeinandertreffen nicht peinlich ausfallen. Ich nickte auf ihre Einladung und sie ging voran Richtung Küche. Mein Blick fiel dabei auf ihren Po, der klar durch das Nachthemd zu erkennen war. Doch um einen kühlen Kopf zu bewahren, sah ich mich stattdessen um. Sie deutete mir an, bereits ins Wohnzimmer zu gehen, während sie die Karaffe mit der Limo und zwei Gläser besorgte. Auf dem Parkett lag ein weißer Flokati. Daneben lag eine Sitzkugel mit dem Aufdruck der Erde. Meine Hand lag auf einem silbernen Globus, den ich sofort um alle möglichen Achsen drehte. Dieses Zimmer war so hell und einladend, hier könnte man wohl den ganzen Tag auf dem Teppich liegend in die Ferne entfliehen. Sie ging an mir vorbei Richtung Balkon. Ich folgte ihr nicht sofort, fiel mir doch auf, wie ihr Nachthemd vom Wind zu einer Seite weit aufgeschlagen wurde. Sie musste es ein gutes Stück geöffnet haben oder war es bereits so, als sie mich an der Tür begrüßt hatte?

*das deutsche Wort wurde ersetzt, um die notgeilen Säcke nicht auf meinen Blog zu leiten…

Nachbarschaftshilfe

Während ich wartete, raschelte es leise hinter der Tür. Ich wäre mir wohl recht blöd vorgekommen, wenn sie zuvor nicht ein „einen Moment“ als Antwort auf mein Klingeln gegeben hätte. Ich hielt eine weiße Plastiktüte in der Hand, die ich am Morgen für sie vom Postboten entgegen genommen hatte. Als Natalie mir öffnete, stand ich für einen Moment geschockt vor ihr. Sie hatte ein durchschimmerndes Nachthemd an, unter dem sie nichts weiter trug. Vermutlich hatte sie kurz zuvor die Sonne auf ihrem Balkon genossen, der wie ihre Wohnung in der obersten Etage lag. Meine Gedanken rasten und stellten sich ihren nackten Körper vor, der schwitzend auf der Liege ruhte. Sie holte mich in die Realität zurück, in dem sie „Danke“ sagte und mir ihre Hand entgegenstreckte. Ein wenig verdattert reichte ich ihr jene Plastiktüte. „Das muss die neue Hose sein.“, vermutete sie und ich war über meine Worte überrascht, als ich erwiderte: „Die sollten sie besser beim nächsten Besucher anziehen, damit sie nicht so freizü…“, da wurde ich still und spürte wie mir vor Scham die Röte in den Kopf schoss. Ich wagte nicht, sie anzusehen und blickte nur auf die glänzenden Fliesen des Hausflurs, als ich ein „Entschuldigung“ vor mich hin nuschelte.

Fortsetzung folgt (wahrscheinlich)…..