An die Polizisten- bzw. Ausländerhasser

Ich werde mir heute Abend den Blick in die Nachrichten sparen, denn ich brauche nicht von Angriffen zwischen Menschen zu lesen, die in einem friedlichen Land aufeinandertreffen. Ich brauche nicht zu lesen, dass Autos brannten und Scheiben eingeworfen wurden. Ich brauche nicht zu lesen, wer den ersten Stein warf.

Vielleicht wird es ja heute auch nicht dazu kommen. Vielleicht werden keine vermummten Menschen mit Steinen auf Leute in Uniform werfen und vielleicht werden keine Uniformierten mit Wasserwerfern und Tränengas gegen eine Masse ankämpfen.

Wir haben versagt unseren Kindern beizubringen, dass ein friedlicher und dauerhafter Protest sinnvoller ist, als ein gewaltbereiter. Wir haben versagt unseren Kindern zu erklären, dass sie nicht nur alle vier Jahre, sondern jeden Tag beim Einkaufen, beim Fernsehen oder im Internet wählen gehen. Wir haben versagt unseren Kindern beizubringen, dass der Kraftakt, den sie dort gebündelt aufbringen, sinnvoll eingesetzt werden könnte, denn es gibt genügend Projekte, die helfende Hände und Ausdauer erfordern.

Wir brauchen hier gar nicht über Geld zu reden, denn das ist da, wenn es für nötig empfunden wird und es ist nicht da, wenn es als unnötig empfunden wird. Aber genau so scheint es mir auch mit der Hilfsbereitschaft zu sein. Wir helfen, wenn es für uns passt und wir schauen weg, wenn die alte Frau es kaum noch über die Straße schafft.

Wer denkt, dass ein Polizist der Feind ist, der kann auch auf die andere Seite zu denen wechseln, die denken, dass ein Ausländer der Feind ist. Der Gedanke ist so kurz und so falsch, dass es mich traurig stimmt, wie wenig jene nachdenken, die in solchen Mustern leben.