Ich machte es, wie es in den Büchern stand, aber es funktionierte einfach nicht

Da stand ich nackt in der Dunkelheit und wusste nicht wohin. Immer wieder hatte ich mir all die Weisheiten eingebläut, die mir erklärten, wie ich als Mann zu sein hätte. Ich verstand, dass ich hart sein musste. Ich verstand, dass ich weich sein musste. Und doch blieb mir der Erfolg verwehrt. Ich machte es, wie es in den Büchern stand, aber es funktionierte einfach nicht.

Dann verstand ich den eigentlichen Fehler: Ich versuchte immer zu sein, wie ich sein könnte und nicht, wie ich war.

Und nun weiß ich nicht mehr, wer ich bin. Nun bleib mir nur mein eigenes Buch zu schreiben.

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Dies ist mein Beitrag zum 9+1-Schreibprojekt von Blaubeermuffins machen glücklich

Der aktuelle Satz lautet: Ich machte es, wie es in den Büchern stand, aber es funktionierte einfach nicht.

Die Frau von heute will den Mann von gestern

Ich bin ja ein großer Fan des Feminismus und verteidige ihn nur zu gern. Warum mache ich das eigentlich? Will ich mich damit bei Frauen einschleimen? Ganz ehrlich, auf die Tour funktioniert es nicht. Also warum dann? Aus purem Egoismus und warum auch nicht? Jene Form des Feminismus, der ich zustimme, setzt auf die Auflösung von Rollenbildern oder einer Erwartungshaltung gegenüber einem Geschlecht.

Weinen zum Beispiel wird als Zeichen der Schwäche angesehen, dabei fällt es mir öffentlich schwerer als zu flatulieren, somit sollte es doch sogar als Stärke angesehen werden, wenn ich mich als Mann öffentlich zu meinen Tränen bekenne. Als Mann steht mir auch die Aufgabe zu, die Tür aufzuhalten, eine Frau anzusprechen und sie zu verteidigen. Ganz ehrlich, ich lasse mir auch gern mal die Tür aufhalten oder mich anmachen. Und was die Verteidigung betrifft, so gibt es da die physische Ebene (ich kenne genügend Frauen, die mehr Kampferfahrung als ich besitzen) und die verbale Ebene (es ist ein fast unbeschreibliches Gefühl, wenn einem selbst die Worte fehlen und plötzlich jemand das Wort für einen ergreift). Beide Ebenen dürfen auch gern mal von einer Frau übernommen werden (eben von jedem Menschen). Achja und das Pinkeln im Stehen. Das muss ich erwähnen, weil eine andere Bloggerin mal meinte, dass sie es unmännlich findet, wenn ein Kerl sich hinsetzt: Ich bin viel zu gemütlich, um mich nicht hinzusetzen. Mag ja sein, dass es alten Männern schwer fällt, in die Knie zu gehen, aber ich will nicht fix irgendwo hinrennen, dann schnell alles wieder einpacken, dabei tausend Tropfen im Raum verteilen und mir am besten noch was einquetschen, weil der Reißverschluss an der Hose ja ebenso schnell geschlossen werden musste (okay, ich hab nur Hosen mit Knöpfen, aber es geht mir mehr ums Bild des eiligen Mannes, der kann sich Knöpfe zeittechnisch gar nicht leisten kann). Das Beispiel vom Geldgeber, der des Nachts ruhig weiterschläft, während seine Frau zum schreienden Kind rennt, lasse ich nur am Rande hier stehen, weil ich hoffe, dass das einfach nicht mehr vorkommt.

Die Frau von heute sollte alles sein dürfen, was sie will und der Mann von heute ebenso. Solange ich aber noch immer einem gesellschaftlichen Ideal entsprechen muss (ich habe auch keine Lust, einem persönlichen Ideal zu entsprechen, aber das ist ein anderes Thema), ist für mich der Feminismus noch längst nicht am Ziel und wird deswegen auch weiterhin meine vollste Unterstützung erfahren. Dies ist mein verspäteter Beitrag zum Frauentag (mein bisheriger entsprach ja doch nur dem Klischee des Mannes mit der Blume ^^).

p.s.
Da ich durch einen Kommentar darauf aufmerksam wurde, dass hier womöglich noch eine Definition von Feminismus gehört, wie ich ihn empfinde usw. möchte ich ganz grob ergänzen (und vielleicht irgendwann mal ausführlicher):
Feminismus soll nicht der Frau mehr Rechte geben als dem Mann. Auch soll der Mann dadurch nicht benachteiligt oder unterdrückt werden. Wer Feminismus als etwas versteht, was die Frau höher stellt, missversteht das Konzept des Fem. (zumindest jenen, dem ich mich zurechne).

p.p.s.
damit es weiterhin amüsant bleibt: Ich selbst versuche der Mann von morgen zu sein und meine Partnerin…ach, die braucht nur sprichwörtlich nicht von schlechten Eltern zu sein (kann man sich ja schwer aussuchen). 😀