Abschied

Weißt du noch, wie dein Kopf in meinen Händen ruhte und mein rechter Daumen auf deinen Lippen? Warum küssten wir uns nicht, wo es so klar war, dass es jetzt sein könnte? Machte es den Abschied auf irgendeine Weise leichter?

Ich litt darunter. Nie wollte ich rauchen und jetzt kann ich die perfekte Zigarette drehen. Ich bin froh, wenn meine Hände etwas tun können. Schlimm wird es nur, wenn ich Zeit habe und ruhig werde. So wie eben, als ich diese warme Tasse Tee hielt und mit dem Daumen darüberstrich. Es erinnert mich überhaupt nicht an dich. Nicht an deine zarte Haut, deine langen Haare oder deine weichen Lippen. Aber dennoch denke ich beim Drüberstreicheln an dich.

An Dich, die nicht mehr da sein wird. Die Hand eines Anderen streichelt dich nun und es ist gut so. Für dich und für ihn. Und für mich?

Augenblicke

Hier so zwischen euch, das dürfte so gemütlich sein, wie ich vor euren Augen tanze und dabei eure Gedanken lese, denn ihr blickt nicht auf mich, sondern auf euch und gebt mir dabei einen Blick in eure Seelen.

Oh Mädchen, dich würde ich so gern darum bitten, ihn nicht so anzulächeln, denn du erinnerst ihn an diese eine besondere Liebe. Wenn er dich ansieht, dann sieht er sie und wenn du herumalberst, dann sieht er sie herumalbern und sein Herz bricht und springt zur gleichen Zeit. Er kann sich nicht von dir lösen, hatte er sie doch verbannt und nun so unverhofft in dir wiedergefunden. Wäre er nur stärker, er würde es besser wissen oder gar nicht in der Vergangenheit verhangen sein.

Oh Junge, du wirst euch beiden Schmerzen zufügen. Dir, weil du leidest in einer Erinnerung an etwas, das so nie war. Und sie, weil sie begonnen hat, sich in dich zu verlieben, das verrät ihr Lachen, bei dem sie den Blick senkt, dich aber doch nie ganz aus den Augen verliert. Ja, ihr passt zusammen, wärt gar ein perfekte Paar. Ich weiß es, denn ich kenne euer Wesen. Aber die Geschichte führte euch zu einem schlechten Zeitpunkt zusammen. Laufe noch weg und rette euch beide. Dir fällt es schwer, aber dafür bekommst du ein Geschenk. Das Geschenk dich von der Erinnerung befreit zu haben.

Ich habe versucht zu schreien, aber ich bin unhörbar. Ich strahlte mit aller Kraft, dass ihr euch in der Nähe zu mir verbrennt und euch löst, aber es brachte nichts, außer dass mein Licht nun früher erlischt. Es ist mein letzter Tanz, mein Todestanz, den ich zuckend verbringe. Ich wünschte, dass ich in meinem Leid das eure zukünftige aufnehmen könnte.