Ins kalte Nass

Der Wind wischt mir die Haare aus dem Gesicht, während meine nach oben durgestreckten Arme sich an dem Griff halten, der mit dem langen Band verbunden ist. Als der Umkehrpunkt der Schaukel erreicht ist, lasse ich los und fühle mich für einen kurzen Moment schwerelos, während das klare Wasser immer mehr auf mich zukommt. Mir ist nach Schreien zumute, aber ich halte die Luft an. Der See ist eiskalt. Es wummert dumpf in meinen Ohren, als ich eintauche und wieder erlebe ich einen Moment der Schwerelosigkeit. An meinem Körper gleiten Luftkügelchen nach oben und kitzeln mich sanft dabei. Einige Züge mit meinen Armen und den Beinen und ich finde mich wieder an der Wasseroberfläche. So wie die Luftbläschen zuvor an mir emporstiegen, drückt nun ein Schrei aus meinem Magen hervor. Ein Schrei voll Befreiung und Glückseligkeit. Nach einigen Augenblicken schnürt mich die Kälte immer mehr ein und ich steige wieder aus dem Wasser zu der Freundin, die bäuchlings auf der Decke liegt. Ich wecke sie, indem ich mit starkem Kopfnicken ein paar kalte und nasse Tropfen aus meinem Haar auf ihren Rücken schüttle. Ihr lautes „Hey“ zwingt mich zu entschuldigenden Küssen auf die zuvor befeuchteten Stellen. Ihre Haut ist warm und ich will sie nicht noch stärker quälen. So lege ich mich neben sie und schließe meine Augen, um in der Sonne zu trocknen.

Die Massage

Es war schon an Michaels Gang zu erkennen, dass ihm sein Rücken weh tun musste. Er verzerrte keine Miene, bewegte sich aber unnatürlich. Lisa scherzte ihm zu, während sie ihre Räder immer näher an das Ufer des Sees schoben. Er breitete eine Decke aus und Lisa setzte sich neben ihn und cremte sich ein. „Kannst du mir bitte den Rücken noch machen?“, fragte sie und wusste schon, dass ihr guter Freund es gern tat. Er zog sich danach sein Hemd aus und tat es ihr nach. Als allein sein Rücken noch ohne Schutz war, griff sich Lisa die Flasche mit der Sonnenmilch und deutete Michael an, sich auf den Bauch zu legen und er kam dieser Aufforderung nur zu gern nach. Sie verteilte großzügig die Milch und begann dann, den schmerzenden Rücken durchzukneten. Im Anschluss klopfte und knetete sie seinen rechten Arm, zog ihn etwas zu sich hoch und löste ihn ab. Danach folgte der linke Arm. Bei den Beinen musste sie sie jeweils nach außen drehen, um sie abnehmen zu können. Der restliche untere Rumpf benötigte eine Sechzig-Grad-Drehung im Uhrzeigersinn, und klackte leicht, als er den Kontakt zum oberen Rumpf verlor. Dann noch einen leichten Druck auf den Nacken und der Kopf konnte beiseite gelegt werden. Lisa legte den noch immer recht schweren Oberkörper auf ihren Schoß und trommelte nach Herzenslust darauf herum. Michael sah mit fröhlichen Augen zu und grinste vor sich hin, fühlte er sich doch mittlerweile geradezu schwerelos und der Schmerz zwischen seinen Schulterblättern schien komplett verschwunden. Er schloss die Augen, da die Helligkeit ihn etwas anstrengte und er sich etwas müde fühlte. Als er wieder erwachte, sah er die ebenfalls dösende Lisa neben sich, stupste sie an und grinste vor sich hin.