In Plastik verpackter Tod – Literallypeace.com

Ein weiterer Eintrag auf Literallypeace, bei dem ich mich mit dem Thema Tod beschäftige. Interessant hierzu sind dann natürlich die Einträge von der syrischen Seite, denn der Blick unterscheidet sich seit einigen Jahren gravierend von unserem.

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Ich wünsche euch einen schönen Sonntag.

Die Diva

Emma hält sich für was Besonderes, zumindest macht es den Anschein. Eben erst kam sie mit dem Besitzer des Cafés zurück und schon sitzt sucht sie sich ein ruhiges Plätzchen, um den Leuten dabei zuzuschauen, wie sie dort draußen umhereilen. Sie spürt all die Blicke, die auf ihr liegen, aber was soll sie machen, so süß wie sie anzuschauen ist, kann keiner von ihr ablassen. Und so verbringt Emma den Tag. Immer im Café, das doch nur ein gemütlicher Studententreff ist. Ein Ort, bei dem man einen Tee, eine heiße Schokolade oder einen Cappuccino bestellt und während man ihn schlürft liest man eine Zeitung oder quatscht endlos lang mit Freunden. Hier wird man nicht böse angeschaut, wenn man nicht sofort ein weiteres Getränk bestellt oder alsbald den Tisch räumt. Reich kann man hier als Besitzer nicht werden, zumindest nicht reich an Geld. Und dennoch sitzt die Diva eben hier und fühlt sich besonders. Es ist nicht das schicke und sündhaft teure Café am Marktplatz, welches vor lauter Gesprächen die gemütliche Ruhe verschluckt hat. Doch würde man nicht dort eine Diva viel eher erwarten?

Sie ist recht schamlos und setzt sich auch gern mal ungefragt auf den Schoß eines Gastes. Sie sieht ihm dann nicht in die Augen oder bedankt sich, sondern richtet den Blick wieder nach Draußen, als würde sie dort etwas Interessanteres erwarten. Sie lässt sich dann durchaus ein wenig streicheln, aber man muss es auch nicht übertreiben, sonst ist sie sofort wieder weg. Also sei vorsichtig, Besucher, dein Herz darfst du nicht an sie verlieren. Ihr Haar ist durchweg weiß, das war schon immer so und hat nichts mit ihrem Alter zu tun, das sie aber eh niemals verraten wird. Vielleicht sagt es dir der Mann hinter der Theke. Aber sei vorsichtig, er flirtet gern mit dir, wenn du eine junge Frau bist. Leider sehr unbeholfen. Emma interessiert sich nicht dafür, warum sollte sie auch, am Abend werden die Beiden den Laden schließen und nach Hause gehen. Er wird ihr keine Kette anlegen, wie man es womöglich erwarten würde und vielleicht ist sie gerade deswegen an seiner Seite. Das ist schon ein schönes Hundeleben, das Emma da führt, aber es braucht auch den Menschen dafür, der es ihr ermöglicht.