Podcast online

Neben dem Schreiben bzw. Lesen gibt es mich auch auf der Improtheaterbühne für das Ensemble „Damenwahl“ zu sehen. Das mit uns befreundete Team von „Frauen auf See“ hat einen Podcast in dieser Coronazeit gestartet. In der Folge „Ede bleibt im Nest“ durften wir uns anhand von einigen Fragen ab Minute 11 (ohne Anmoderation ab Minute 13:15, aber die ist viel zu schön, um sie wegzulassen) vorstellen. Wer Improtheater kennt, der wird merken, dass wir unsere Antworten in der Art von Spielformen dargereicht haben.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Anhören.

Das Gute im Menschen

Gestern hatte ich einen Auftritt mit einigen anderen Leuten. Wir waren eine von 90 Bühnen weltweit, auf denen sich Improvisationstheaterspieler zusammenfanden und mit dem Spiel Spenden sammelten. Die Spenden gingen an drei Projekte, mit denen Geflüchtete medizinische Versorgung erhalten bzw. über Musik eine universelle Sprache finden, mit der sie kommunizieren und verarbeiten können. Es war schön zu sehen, dass in den Theatersaal kein Zuschauer mehr passte und dass die Zuschauer bereit waren, diese Projekte direkt zu unterstützen. Wer heute Abend die Zahlen von den Wahlen mitbekommt, der mag sich ärgern und sich fragen, was mit den Leuten nicht stimmt. Eine Antwort darauf kann ich nicht geben, aber ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die ihre Menschlichkeit und Nächstenliebe bei weitem nicht verloren haben.

Manchmal ist es mir dann einfach egal…

Da war er wieder, der allmonatliche Impro-Abend. Ich hatte Lust darauf, wieder auf der Bühne zu stehen und zu performen. Dann wurde gelost und als ich meine Mitspieler sah, rannte der kleine Ben in mir aufs Klo und musste sich erst einmal übergeben. Aber nicht aus freudiger Anspannung oder Nervosität heraus. Ich riss mich dann zusammen und erinnerte mich, wie sehr ich mich auf den Abend gefreut hatte. Also ab in die erste Runde und rein in die erste Szene. Der verhasste Mitspieler war wie üblich uninspiriert und uninspirierend. Doch noch nerviger war mir die neue Mitspielerin, die ständig am Reden war, die Geschichte jedoch nicht einen Zentimeter voran brachte. Das Publikum wählte ein anderes Team raus und so ging unsere Szene weiter. Tja und da war bei mir der Punkt gekommen, an dem es mir einfach egal war. Ich wollte an dem Abend nicht die Szene stellen, die gewinnt und ich wollte auch keine Geschichte mehr aufbauen, da meine Ideen von der nervigen Mitspielerin untergraben oder im Keim erstickt wurden. Bei der erstbesten Möglichkeit ging ich dann von der Bühne und sah zu, wie die eh schon festgefahrene Szene sich vollends in der Langweiligkeit verlor. Als das Publikum dann für die Szenen klatschen sollte, welche ihnen gefielen, überraschte es mich nicht im Geringsten, dass niemand es zu klatschen wagte, als es um unsere Szene ging. Ich saß zu dem Zeitpunkt eine Rum-Cola schlürfend hinter dem Lichtpult und spielte mit den Farben. Es war mir egal, nein sogar eine Genugtuung. Und ja, da merke ich auch wieder, dass ich manchmal ganz gern ein Arschloch bin und mir meine Mitspieler egal sein können. Kein schlechtes Gewissen und auch kein Zweifel an meinem Können. Nur meine Rum-Cola und ein hämisches Grinsen, weil ich zum verfehlten Applaus nicht auf der Bühne stand.