Der Katzenmann – Teil 2

Die Geschichte von vorn

Zuhause angekommen, stellte Heinrich seinen Einkauf ab und die Milch in den Kühlschrank. Er begann Brötchen aufzuschneiden und bemerkte dabei, dass er übers gesamte Gesicht grinste. Mit dem Blick auf Flor zwang er sich, das Grinsen abzusetzen. Es war etwas Schreckliches passiert und er erfreute sich daran. Was war er nur für ein Mensch, fragte er sich. Heinrich goss sich ein Glas Milch ein und bestrich die Brötchen mit Aufstrich und Butter. Es ärgerte ihn, dass er diese Erleichterung nicht genießen konnte, aber dennoch fühlte er sich so leicht und befreit, wie seit Jahren nicht mehr.

Nach dem späten Frühstück verließ Heinrich die Wohnung, um die Mäuse zu beseitigen, die ihm seine Katzen nur zu gern vor die Tür zum Hinterhof legten. Die alte Frau, die in der Wohnung neben ihm wohnte, begrüßte ihn, als sie aus dem Hof kam: „Guten Tag, Herr Kalkenrisse.“ Er grüßte mit einem gespielten Lächeln zurück: „Guten Tag.“ Die Alte hatte sich mal beim Vermieter über die toten Mäuse und die vielen Katzen beschwert, obgleich sich Heinrich immer sehr darum kümmerte, alles in Ordnung zu halten. Zudem hatte er sich niemals darüber beschwert, dass sie ständig auf ihrem Balkon rauchte und dadurch ständig der Gestank in seine Wohnung zog. Jedes Mal, wenn sie am Morgen zu husten begann, wünschte er sich, dass sie doch endlich daran ersticken möge, aber sie tat ihm den Gefallen nicht. Er war schon fast aus der Tür zum Hinterhof raus, da hörte er sie noch durch den Flur meckern: „Und kümmern sie sich mal um die armen, toten Mäuse draußen.“ Er war ja gerade dabei, aber den Satz konnte sie sich nicht verkneifen, der gehörte dazu. Er antwortete mit einem automatisierten Jaja. Und dachte sich dabei „Leck mich doch, du alte Schachtel.“ Draußen lag eine Maus, die er sogleich beseitigte. Tiger sah ihm dabei zu und maunzte ihn glücklich an. Sie hatte ihm das Dankeschön vor die Tür gelegt.

Heinrich kehrte danach wieder in die Wohnung zurück, legte sich auf seine Couch und genoss es, nach der Lektüre der Zeitung, ein wenig die Augen zu schließen, bis er von einer verzerrten Stimme und einem Fiepsen, welches er einem WalkyTalky zuordnete, geweckt wurde. Er lauschte und hörte Gemurmel, weshalb er aufstand und zum Balkon ging.

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