Der alte Mann (Teil elf)

Ein gutes Gefühl, wenn man aufwacht und feststellt, dass man nur träumte. Ich machte mich fertig und ging wieder hinaus an den See. Ich suchte die Stelle mit den toten Bäumen großflächig ab und stieß auf einen Trampelpfad, dem ich folgte. Er führte mich zu einem Feldweg, auf dem hin und wieder Autos fuhren. Nur so erklärte sich die zwei grasfreien Streifen.

Ich kramte den Zettel mit der Adresse der Entsorgungsfirma heraus, die mir mein Bekannter gegeben hatte und fuhr hin. Das Gelände ließ sich gut beobachten. Es verließen nur wenige Autos das Gelände, aber am Nachmittag erregte ein Typ in Straßenkleidung meine Aufmerksamkeit. Er hatte eine blaue Box dabei, die er in sein Auto stellte. Ich folgte ihm mit einigem Abstand in meinem Jeep. Mein Herz raste vor Aufregung bei dieser Verfolgungsfahrt und gerade in dieser einsamen Gegend würde ich ihm früher oder später auffallen, ganz besonders, da er etwas Illegales vorhatte. Dennoch folgte ich meinem Plan und somit auch dem Typen. Er fuhr tatsächlich zum See, allerdings nicht zu der Stelle, wo ich die toten Bäume entdeckt hatte. Ich stellte mein Auto frühzeitig ab und folgte dem einzigen Weg, den es hier noch gab zu Fuß. Es passte aber, dass der Kerl den hochgiftigen Müll nicht nur an einer Stelle entsorgte.

Nach einem Kilometer fand ich sein Auto und folgte vorsichtig dem Weg zum See. Ich hielt mich im Gebüsch versteckt. Dann sah ich ihn am Ufer. Neben ihm stand die geöffnete Box, aus der er kleine Pakete herausholte und neben sich legte. Ich war vollkommen überrascht, denn keinen Abfall kramte er hervor, sondern Sandwiches für seine Familie, mit der er sich am See verabredet haben musste. Sie saßen so friedlich da und mir kamen zum ersten Mal ernsthafte Zweifel an meiner Theorie. Der Mann würde sich doch nicht mit seiner Familie zum Picknick treffen, wenn hier alles verseucht wäre. Oder wusste er nichts davon und war er ein ebenso unwissendes Opfer, wie mein Großvater? Ich ging wieder zurück zu meinem Jeep, um Tom zu besuchen. Es war nur ein kurzer Abstecher und die Krankenschwester erklärte mir, dass er noch ein paar Nächte bleiben müsste. Die folgenden Tage nutzte ich wieder für die Observation des Firmengeländes, allerdings ohne neue Erkenntnisse oder weitere Spuren.