Der Tag der Arbeit im Bett

Ich begriff heute morgen gar nicht so recht, welches Geräusch das war. Mein Handy weckte mich, aber ich verknüpfte das Piepen mit meinem Traum. Das passiert mir sonst nicht. Sonst weiß mein Körper, dass er aufstehen muss, denn die Arbeit wartet. Heute nicht, so wie jedes Jahr. Und seit vier Jahren erinnert mich WordPress daran, dass es mein Jahrestag ist. Also die Erinnerung gibt es erst seit drei Jahren, denn im Jahr davor meldete ich mich an.

In den vier Jahren ist so einiges passiert. Meinen ersten Blog auf einer anderen Plattform gibt es nicht mehr, er wurde mittlerweile vollkommen gelöscht. Bye bye.

Ich bin aus meiner Wohnung in eine WG gezogen und habe dabei so einige Menschen kennengelernt, ebenso zwei kleine Mädchen begleitet und seit neuestem habe ich wieder meine eigenen vier Wände. Hie und da fehlen noch ein paar Dinge, aber ich fühle mich bereits angekommen.

Bei euch Lesern hat sich etwas getan, manche neue Interessierte kamen hinzu, andere gingen still und leise. Ich danke euch allen, dass ihr hin und wieder vorbeischaut und lest, welche Geschichten ich mir ausdenke und hier veröffentliche. Vielen Dank.

All jene, die heute einer Arbeit nachgehen, wünsche ich einen entspannten Arbeitstag. Jenen, die wie ich entspannt liegenbleiben können, lege ich ans Herz, sich einen Moment für sich selbst zu nehmen und in sich zu gehen. Denn mir wurde gerade bewusst, dass es mir gut geht. Das ist doch eine wichtige Erkenntnis.

You’ve changed

„Du hast dich verändert“, sagte sie zu mir und sah mich ernst an. Ja, das hatte ich tatsächlich, immerhin waren zehn Jahre vergangen, seit sie und ich uns das letzte Mal gesehen hatten. Wie schwer fiel es mir damals, sie gehen zu lassen. Erst ihre Eigenart, sich selten zu melden oder kaum zu antworten war es, die mich die Verbindung kappen ließ. Das hatte ihr wiederum nicht geschmeckt und hatte es mit einem guten, gemeinsamen Freund besprechen und mir vorhalten müssen, dass gute Freundschaften auch über weite Distanzen halten würden. Das mag schon sein, aber ich war damals wohl noch immer nicht ganz über sie hinweg und empfand mehr als nur Freundschaft. Gleichzeitig fühlte ich mich nicht in der Art behandelt, wie ich es erwartet und gewünscht hatte. Ich hatte mich verändert: Einige weitere Lieben, die nicht blieben, hatten mich verändert und mir das Abschiednehmen leichter gemacht. Mittlerweile gelang es mir recht einfach, mein geöffnetes Herz wieder zu verschließen und nicht auf weitere Nachrichten zu warten. Ich schloss mein Herz selten wirklich auf, das war wohl auch so ein Trick.
Äußerlich hatten wir uns auch ein wenig verändert, man kann auch einfach sagen, dass wir älter geworden waren. Die Falten an den Augenlidern waren ein wenig deutlicher zu erkennen und zumindest bei mir auch so manche auf der Stirn. Schuld daran war dieser ständige skeptische Blick, der mir nur zu leicht zu entlocken ist. Da braucht es nur eine unqualifizierte Bemerkung und schon schnellt die linke Augenbraue in die Höhe und mit ihr drückt sich die Haut an der Stirn zusammen. Ich arbeite daran, diese Eigenart ein wenig abzulegen und stattdessen mehr mit Humor darauf zu reagieren und somit eher die Falten um die Augen herum zu vertiefen, die stehen mir nämlich ganz ausgezeichnet, meinte neulich meine beste Freundin zu mir und ich widerspreche ihr nur höchst ungern. Sie ist so ein Beweis dafür, dass ich mich verändert habe: Eine beste Freundin ohne das Verlangen mit ihr eine Beziehung zu führen, das hatte ich nie. Doch meine alte Freundin meinte eine andere Veränderung. Eine, die man doch nicht so schnell erkennen könnte, hatte ich gedacht…