Verschwommen

Die Straße und all die Menschen auf ihr verschwinden aus dem Fokus, wenn die Gedanken und Erinnerungen die Hoheit über das Sein gewinnen. Es ist keine Melancholie, sondern es sind lustvolle Gedanken, die durch den Kopf jagen. Ein Gesicht, ein Lächeln, eine Berührung. All das sind kleine Explosionen und Gedankensplitter in meinem Kopf. Bis plötzlich ein Mensch mich aus diesem Traum reißt. Man möchte mir etwas verkaufen oder mich zu etwas verpflichten, was weiß ich. Wann habe ich meine Zustimmung gegeben, dass mich Unbekannte aus meiner Traumwelt reißen dürfen? Sie dürfen es nicht. Sie sollen mir meine Ruhe lassen und den Versuch an meine Moral zu appellieren, den sollten gerade sie unterlassen. Wer handelt denn hier gerade unmoralisch und verletzt meine Grenzen? Noch einige Minuten bin ich verärgert. Dann zwinge ich mich zur Ruhe und lasse die Welt wieder verschwimmen.

Gefrorenes Herz

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Als ich neulich Aurelias Liebster Award entgegennahm, hatte ich bereits angedroht, dass ich hier auch andere Blogs vorstellen möchte. Ich beginne nun mit dem von Mirjam H. Hüberli. Der Blog gibt einem kleine Einblicke ins Leben einer Autorin und ich freue mich jeden Mittwoch schon auf eine neue Plampi-Zeichnung. Warum ich sie erwähne, hat mehrere Gründe.

Zum ersten gibt es da das Buch „Gefrorenes Herz„, dessen Hauptfigur Aurelia heißt und ja, das war auch der Name jener Bloggerin, die mir den Liebsten Award schenkte. Aber sie kennen sich nicht oder haben etwas miteinander zu tun. Es ist ein Jugendroman, den man auch lesen (und verschlingen) kann, wenn man älter ist. Ich zumindest genoss jede Seite und hatte ihn an zwei Nachmittagen durch. Ich hab mir sogar extra einen eReader gekauft. Zurück zum Buch: Es geht um Aurelia, deren Zwillingsschwester vermisst wird. Sie versucht herauszufinden, was geschehen ist und natürlich auch, ihre Schwester wiederzufinden. Dabei erlebt sie den Alltag einer Abiturientin, die zudem Stress in der Schule und mit Freunden kennt und sich verliebt, wenngleich ich sagen kann, dass die Liebesgeschichte nicht schmalzig oder übertrieben ist. Für mich war es interessant, sich mal wieder in einen Teenager hineinzuversetzen und in einen weiblichen noch dazu. Das Buch kann ich nur empfehlen.

Ein weiterer Grund für diesen Eintrag ist der gute Plampi. Ein liebenswürdig tollpatschiger Hund, der bereits zwei Abenteuer hinter sich hat und das dritte, welches allerdings sein erstes sein wird, folgt demnächst. Das sind vertrauliche Insiderinfos. Bis dahin erwartet Plampi einen jeden Mittwoch auf Mirjams Blog.

Ein weiterer guter Grund, warum ich hier über sie schreibe und dann auch noch so ausführlich, ist die Tatsache, dass sie mir sofort hilfreiche Tipps gab. Als ich nachfragte, wie sie das mit der Agentin/Agentur hinbekommen hatte, gab es neben einer Erklärung auch gleich weiterführende Links zu seriösen Agenturen. Ebenso fand ich die Werbung, die sie für „gefrorenes Herz“ gemacht hat, sehr eindrucksvoll und es war mir ein Beispiel, wie man sich selbst erfolgreich publizieren kann.

Ich wünsche Mirjam weiterhin sehr viel Spaß bei ihrer Arbeit, denn ich will mehr davon lesen und deswegen wünsche ich ihr natürlich noch mehr Leser.

Puppenspiel

Der kleine Junge hat einen schönen Tag. Es ist warm und er spielt, womöglich nicht ganz typisch mit Puppen. Die Hauptfigur scheint ein Mann zu sein, der Abenteuer erlebt. Eine Geschichte reiht sich an die nächste, bis die schönste Puppe an einen Stuhl gefesselt wird und das Opfer einer Vergewaltigung wird. Die Oma schimpft mit dem Jungen und er beendet das Spiel, begreift er doch, das er etwas falsch gemacht hat. Doch woher kam die Idee dazu? Sah er es im Fernsehen oder im Netz, oder gar in der wahren Welt? Die Frage ist unerheblich, denn sie zeigt, dass man überall fragen muss, jeden von uns.

Nein, mich natürlich nicht, ich vergewaltige doch keine Frauen, wird nun hoffentlich jeder Leser hier denken, aber dann halten wir mal inne. Und ich schreibe von mir: Nehme ich nicht ein Plakat stärker wahr, wenn eine nackte, junge Schönheit in verletzlicher Pose darauf präsentiert wird? Doch, das tue ich. Und möchte ich nicht Dinge besitzen, die mit ihrem Sexappeal werben? Doch, das möchte ich. Wenn die Frau also nur noch sexy sein muss und Geräte das ebenso sind, warum darf ich dann nicht eine Frau ebenso behandeln? Soll ich sie nicht ebenso „lieben“, wie das neue Smartphone, welches manchmal dann doch nervt, weil es nicht schnell, nicht dünn, nicht schön genug ist? Und wenn jemand mein Spielzeug auch nur anschaut, dann zerre ich es an mich und verstecke es, womöglich will man es mir wegnehmen, denn ja, das ist doch die wahre Liebe oder etwa nicht? Soll ich meine Frau nicht gegen eine neuere, jüngere Version austauschen und die alte wegwerfen? Wo ist die Oma, die wieder ermahnt, wenn man das falsche Handeln gar nicht bemerkt?

Wir sollten uns schon fragen, wann etwas sexy und wann etwas Sexismus ist. Ist nun jeder iPhone-Besitzer ein pädophiler Vergewaltiger, nur weil er sein Handy toll findet? Mit absoluter Sicherheit nicht. Aber wir sollten doch aufpassen, wann wir einen Gegenstand lieben und wann wir einen Menschen benutzen.