Freedom of Speech

Wer zehn Minuten Zeit hat, der kann sich gern mal folgendes Video anschauen, auf das ich stieß. Vielen Dank an Mary für diesen Eintrag, der mich dorthin führte, ich hoffe, es ist okay, dass ich Dich hier ungefragt verlinke.

Wem das zu lang ist, dem erkläre ich fix, was ich gesehen habe:

Dr. Reza Aslan (er ist Religionswissenschaftler) schrieb ein Buch über Jesus. Er selbst ist Muslim und deswegen sollte er auch nicht über Jesus schreibe, so die Meinung der Interviewerin.

Mir geht es weniger um die Dummheit, die in solch einem kategorisierenden Denken steckt, denn folgt man dieser Denke, dürfte ich nur mit Leuten sprechen, die genau meiner Meinung sind und das sind…Moment…oh…NULL MENSCHEN.

Es geht mir um die so hochgelobte Meinungsfreiheit, die uns gestattet, Karikaturen über den Propheten Mohammed zu drucken, die es aber einem Muslim verbietet, über Jesus zu schreiben und das in einer ernsthaften und wissenschaftlichen Form…man sollte sich nicht über das Interview aufregen, das ist unsinnig.Stattdessen sollte sich jeder Mensch fragen, wo die eigenen Grenzen sind. Finde ich es lustig, wenn jemand meine Mutter beleidigt? Aber wenn es doch nur Satire war?

Meinungs- und Pressefreiheit haben einen Zweck, nämlich gegen Missstände aufzuklären. Meist sind diese politischer Natur, aber sie können auch religiöser Natur sein. Ich könnte mich über einen Jesus amüsieren, der mit dem Kreuz auf dem Rücken über den mittleren Osten fliegt, eine Bombe abwirft und dann zu einer Taube „Peace“ zwitschert.

P.S. bevor das zu einer Diskussion über die Rechtmäßigkeit von Anschlägen usw. wird. Darum geht es mir nicht. Wer mich liest und kennt, weiß dass ich Gewalt verabscheue und sie niemals rechtfertige. Es geht mir allein darum, dass wir ganz ehrlich unsere eigene Einstellung überprüfen. Jeder von uns.

Die Macht der Musik

Gibt es eine Sprache, die jeder Mensch versteht? Angeblich gab es sie bereits. Doch nachdem man einen überhöhten Turm baute und somit wohl keine Grenze, egal ob moralisch oder technisch, dem Menschen Einhalt gebieten könnte, zerstreute Gott die Menschen und verwirrte ihre Sprache. Den Turm zu Babel zerstörte er dabei natürlich auch. Warum er dann jetzt nichts tut, während wir wieder Gott spielen, ist mir zwar noch nicht so ganz klar, aber immerhin verstehe ich meistens die Sprache der Wissenschaftler nicht. Nun aber genug mit der Blasphemie und wieder zurück zum eigentlich Thema, der Musik.

Überlegt mal, ob euch eine Sache einfällt, die jeder Mensch mag, ohne sie tun zu müssen. Mir fällt da nur die Musik ein und sie könnte als universale Sprache dienen, denn sie kann die Emotionen der Menschen besser ausdrücken, als es die bloßen Worte jemals schaffen werden. Nun mag man einwenden, dass es mittlerweile so viel Musikstilrichtungen wie Sprachen gibt und man nicht an jeder Form von Musik Gefallen findet. Dem stimme ich zu und frage mich, ob es handgemachte Musik sein muss, die die Emotionen weckt und erklärt. Man muss zumindest die Musik nicht lieben, deren Emotionen man versteht. So war es ja auch mit dem Gejaule, dass ich neulich im Supermarkt ertragen musste. Ich verstand weder den Text, noch gefiel mir die Musik, aber ich bin mir sicher, dass die Sängerin eine zerstörte Liebe beklagte.

Und so stellt sich mir die Frage, ob die höchste aller Künste (da zitiere ich mal Pythagoras etwas freier) neben ihrer Eigenschaft der Unterhaltung, nicht viel häufiger ausgeübt werden sollte. Ich für meinen Fall hab außer im Auto schon Jahre nicht mehr gesungen und da ich kein Auto mehr fahre, fällt also auch jener Gesang flach. Ich habe früher sehr gern gesungen und frage mich deswegen, warum unsere Gesellschaft so sehr die Musik kauft und verkauft, sie aber nicht viel häufiger selbst macht?