Ganz sanft

Welch hässliches Ding das ist. Man möchte es kaum anfassen, weil der Ekel emporsteigt, wenn diese fette Raupe sich über das Blatt schiebt und kleine Löcher hineinfrisst. Doch nur wenig Zeit braucht es, bis aus diesem Insekt der schönste Schmetterling wird. Der Ekel ist verschwunden und wird ersetzt von einem neidvollen Blick auf die Schönheit und Freiheit. Man will etwas davon abhaben und greift nach der Freiheit, die in diesen empfindlichen Flügeln steckt.

Mein soll er sein, doch das geht nur über seine Leiche.

Wie viel Glück er doch hatte, als er noch eine unbeachtete und ungeliebte Raupe war. Was ist es nur, das den Menschen dazu bringt, einfach nach dem zerbrechlichen Geschöpf zu greifen, anstatt die Handfläche auszustrecken und sich darüber zu freuen, wenn der Schmetterling einen kurzen Moment des Ausruhens darauf nutzt. So ist es mit den zerbrechlichen Geschöpfen. Wir dürfen nicht nach ihnen greifen und sie damit zerstören. Auch dürfen wir sie nicht aus Angst oder aus Lust an ihnen einsperren. Ihnen gehört die Freiheit und wir dürfen unsere Hände ausstrecken, damit sie uns berühren.