Und wieder ein großartiger Musiker weniger…

Irgendwie passt es zu diesem verregneten Sonntag und es ist sonst auch gar nicht meine Art, solch einen „Nachruf“ zu schreiben, aber soeben erfahre ich beim Überprüfen meiner Mails, dass Lou Reed gestorben ist. Wie es der Zufall so will, habe ich erst letzte Nacht ein wenig über ihn recherchiert bzw. er tauchte als Randnotiz auf, denn eigentlich ging es um den Song „Lola“ von den Kinks, bei dem es um eine gewisse Lola geht, die aber ein Kerl ist. Es wurde spekuliert, dass jene Lola eigentlich eine gewisse Candy Darling sei, die eben auch in Lou Reeds „Walk On The Wild Side“ auftaucht. Und somit wünsche ich einen schönen Abend zu den Klängen von Lou Reed und gebe natürlich auch noch den Link zu den Kinks an. 😀
The Kinks – Lola

California Dreamin

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Die Sonne hat sich bereits dazu entschlossen, unter zu gehen, als ich an diesem Sonntagabend durch die Stadt unterwegs war. Beim Überqueren des Flusses fällt mein Blick auf die nächste Brücke und ich stelle fest, dass sie anders wirkt, geradezu märchenhaft, doch ich weiß nicht, warum es mir so scheint. Ich bleibe stehen und suche sie ab, bis mir bewusst wird, dass ihre Beine nicht im Wasser versinken, sondern sich in einer dichten Nebelwolke verstecken. Einen Moment halte ich inne und fühle die angenehme Wärme des Herbstabends. Meine Gedanken wandern einige tausend Kilometer über die Erde und vergleichen die Schönheit dieses Anblicks mit dem der Golden Gate Bridge, die im weißen Nebel versinkt. Aber natürlich kann die Schönheit dieses Flussufers ebenso wenig mit der der San Francisco Bay verglichen werden, wie es diese alte Steinbrücke mit der rostig-roten in Kalifornien werden kann. Hier wirkt alles eher wie in einem Schwarz-Weiß-Film; ein wenig unecht, aber durchaus romantisch. Es verwundert mich nicht, dass ich in meinem inneren Ohr die Melodie von „California Dreamin‘“ vernehme, während ich in weitere Träume versunken, durch die Stadt wandere.